Nie mehr gefangen zwischen Melancholie und Menschmaschine!|brief@NeuerMensch.com

Nennt Ihr das Seele? Auf in das Jenseits von Gut und Böse! WS 17/18

„… Das Seminar hat mir geholfen meinen Kopf auszuschalten, im Moment zu sein & größtenteils von der Selbstbeobachtung wegzukommen. Außerdem hat es mir einen Zugang zu meinem Körper gegeben, den ich bis jetzt noch nicht kannte. …

… Zuerst wollte ich mich nochmal für diese spannende Zeit bedanken, aus der ich unglaublich viel mitnehmen konnte! … Mir tut das so gut, die Bewertung rauszulassen, oder es zumindest zu versuchen. Man erwischt sich ja doch immer wieder selbst dabei, vor allem weil ich so hohe Ansprüche und Erwartungen an mich habe und mich oft nicht sein lasse. Ich habe mich aber, egal wie gut oder schlecht es mir ging, noch nie so bei mir und bereit gefühlt, dann etwas zu zeigen, wie nach dem Warm-up. Ich denke, ich habe mir einfach nichts vorgemacht, oder mich in irgendetwas hinein gezwängt. … Wenn ich so diese Entwicklung mir ansehe, die wir alle durchlaufen haben, finde ich es spannend, wie sich die Körper verändert haben. … Du hast mir damit nochmal eine Scheuklappe geöffnet, die ich nicht mehr schließen möchte. Es hat viel Druck von mir genommen, auch wenn das sehr lange gedauert hat. … Der Konflikt in mir, der einfach aufbrechen konnte und musste, weil ich viel mehr bei mir bin und war hat mir sehr vieles von meinem Verhalten mir gegenüber erklärt und ich glaube nicht, dass wenn ich mich in deinem Unterricht viel mehr bescheißen hätte können, dass er dann so schnell hochgekommen wäre. …

… für mich war dieses Seminar wie eine Reise durch ein fremdes Land. Ich habe für meine Begriffe eher spät verstanden was mir diese Arbeit bringen kann und bin viel im Nebel geschwommen. Einen „Aha-Effekt“ hatte ich beim Seminarabschnitt „Mein König“, als ich den männlichen Anteil performte. Ich fühlte mich mit mir selbst verbunden und verspürte eine Selbstakteptanz die ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannte.

… Eine sehr große Erkenntnis war für mich die Tatsache, dass man zu aller erst sehr bei sich selbst sein muss um dann auch bei seinem Partner sein zu können. Ein klassisches Prinzip… man kann nur geben was man hat…. Ich hatte häufig Momente… in denen ich einfach nicht durchsteigen konnte, weil die mythologischen oder rituellen Bezüge oft verwirrend waren. Aber je mehr wir uns Richtung Ende unserer gemeinsamen Zeit bewegt haben, sind nach und nach einige Groschen gefallen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass auch noch weitere fallen werden. Vielen Dank für die interessante, verwirrende und einzigartige Arbeit! …

… Für mich ging es auch sehr darum, mich auf Dinge einzulassen, die ich mir nicht vorstellen kann, wie z.B. hören was der Wald oder ein Stein mir erzählt. Und ich war selber von mir überrascht, wie gut das manchmal funktioniert hat. Es war vieles ein „einfach mal machen“ und „ausprobieren“ ohne Fehler zu machen, bzw. um Erfahrung zu sammeln. … Ich hab vieles gelernt, schauspielerisch, aber auch menschlich und über die Branche. Schauspielerisch sich wirklich auf die Momente einzulassen und immer wieder auch neue Momente zulassen und nicht auf Einstudiertes hoffen. Klar fällt es mir noch manchmal schwer auf diese Sicherheit zu verzichten, aber das Freie lässt mir auch mehr Freiraum und ich habe nicht das Gefühl, etwas falsch zu machen. … Was ich auch sehr schön fand, war der Umgang mit uns. Du hast uns immer ehrliches und konstruktives Feedback gegeben, sodass wir wussten, woran wir arbeiten können. Außerdem hast du uns immer mit all unseren Macken wertgeschätzt und ernst genommen. Das sehe ich tatsächlich nicht als selbstverständlich …

… Ich muss zugeben, es gab Höhen und Tiefen. Manchmal blieb mir der Sinn des Erarbeiteten noch lange schleierhaft. Was du uns gelehrt hast ist sehr komplex und deshalb dauerte es bei mir oft etwas länger bevor ich begriff was ich da gerade eigentlich tue. Allerdings hat mir die Arbeit einen Einblick in eine, für mich bis dahin noch völlig fremde, Welt gewährt und ich bin schon gespannt darauf wie ich diese Art zu arbeiten … einsetzen kann. …

… Die Arbeit war sehr intensiv, ich fand es immer toll wie du jedem stets respektvoll begegnet bist, ermutigendes und ehrliches Feedback gegeben hast, unsere Launen ausgehalten hast und auf uns eingegangen bist. Ich hätte mir nur teilweise etwas mehr Infos gewünscht wie der Arbeitsprozess weiter geht …

… Was ich aber eigentlich so als mit einer meiner positvsten Erfahrungen mitnehmen werde, ist, wie wir als Esemble dicht an dicht gearbeitet haben. Jeder konnte irgendwie so sein wie er ist, ohne „Ego“ oder Konkurrenzgedanke. … Danke für deine verständnisvolle, ehrliche und aufmerksame Art, mit der du uns begegnet bist. … Was ich auch aus der Arbeit definitiv mitgenommen habe, ist, dass ich für mich als Künstler entschieden habe, dass ich nicht unterhalten und plakativ etwas präsentieren muss – sondern, dass ich erstens im Hier und Jetzt agieren will und mich, so wie ich an diesem Tag bin, in meine Figur bringen möchte und dadurch hoffentlich viele Facetten zeigen kann. …

… daß ich nie so gefordert aber auch so respektiert wurde wie bei dir. … Der Unterricht hat einfach von Anfang an meine Neugier geweckt, auch wenn ich mich anfangs teils überfordert gefühlt oder besser gesagt, etwas hilflos gefühlt habe. Denn irgendwie braucht es in deinem Unterricht nicht nur das Verständnis, für die Dinge die du sagst oder Offenheit, sondern auch unglaublich viel Eigensarbeit und vor allem für mich sehr viel Kontrolle abgeben. … Dein Unterricht geht für mich über das „Unterrichtet sein“ hinaus und fordert mich als Mensch. … immer wieder hast du mich zum Nachdenken angeregt, wie ich meinen Tag angehen kann, wie man jede noch so kleinste Bewegung vollführen kann. … Und das Wichtigste, du hast aus allem immer etwas positives geschaffen. …“

Eine theatrale Performance aus kontrollierten Zufällen.
Poesie und Prosafragmente in unvorhersehbaren Situationen mit der ewig gleichen Frage:
Liebst Du mich? (Wirklich?)
10 PerformerInnen / 5 Gedichte / 5 Akte – Jede Bewegung erfahren. Jedes Wort geschärft.
Jeder stirbt für sich allein. Suchend sind sie alle. Alle versuchen zueinander zu kommen.
Jeden Tag neu. Überwältigend heftig ist plötzlich die Liebe in der ersten Nacht. Doch dann kommt der Alltag und mit ihm …. die Verbindlichkeiten.
Kann das funktionieren?

2018-06-27T11:25:06+00:00