Mutter Erde? Das Triebhafte? Das Ausgeschlossene? Wildnis!

Ein wichtiger Beitrag zur Vision „Der neue Mensch – die menschliche Vollkommenheit“.
Wildnis als Kulturgut – Der Trend des Unberührten.
Über die ganze menschliche Kulturgeschichte stand die Wildnis im Gegensatz zu Kultur und Zivilisation: Kultur war dort, wo die Wildnis überwunden war. Das Wilde galt als chaotisch, gefährlich, bedrohlich. Aufgabe des Menschen war es, die wilde und unvollkommene Natur zu verbessern und zu perfektionieren. Seit deutlich wurde, dass sich der Mensch mit der Aufgabe, die Schöpfung untertan zu machen, heillos überfordert hat, hat sich auch der Wildnisbegriff grundlegend verändert. „Wildnis“ hat wieder Hochkonjunktur. Abenteurer und Überlebenskünstler gelten als moderne Helden; die Tourismusindustrie lockt erfolgreich in die „letzten Paradiese“, die Erlebnispädagogik preist den Wert der Wildnis für schulisches Lernen, soziale Therapien und Managementkurse nutzen die Wildnis für Persönlichkeitsentwicklung. Naturschützer und Landschaftspfleger erheben die Wildnis zum Kulturgut. Statt den Menschen als einzigen Erschaffer und Bewahrer des „Guten, Reinen, Schönen“ zu sehen und die Wildnis mit Chaos, Unordnung, Schrecken und Gewalt zu assoziieren, wird die Wildnis heute eher als ursprünglich, harmonisch, nachhaltig empfunden.

Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Irene Schuck

2019-01-15T18:08:56+00:00

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