Grüne Spiritualität

Mit Gott im Grünen
Zu Fuß unterwegs in der afrikanischen Wildnis
Von Geseko von Lüpke

Die Wildhüter im südafrikanischen „Umfolozi-Naturpark“, nahe dem benachbarten Mosambik, bieten ihren Besuchern eine besondere Erfahrung. Wer den Mut mitbringt, geht mit den erfahrenen Zulus vier Tage und vier Nächte zu Fuß und ohne Zelt durch das Wildreservat, das ungefähr die Größe des Saarlandes hat. Der sogenannte „Primitive Trail“ führt durch Savannen und Urwälder, durch Flüsse, über Bergrücken in eine wilde Landschaft, die von Löwen, Elefanten, Nashörnern, afrikanischen Büffeln, Giraffen, Giftschlangen, Alligatoren und so manchem mehr bevölkert ist, was der europäische Besucher sonst nur hinter der Glasscheibe im städtischen Zoo zu Gesicht bekommt. Da ist nicht nur Nervenkitzel garantiert, sondern auch eine tiefe archetypische Erfahrung von Wildnis. Der Zivilisationsmensch schaltet ein paar Gänge zurück: Die Achtsamkeit verändert sich, das Verhalten, die Kommunikation, die Struktur der Gemeinschaft, Rituale entstehen wie von alleine. Der „Geist der Wildnis“ wird erfahrbar, das anthropozentrische Überlegenheitsgefühl schrumpft sich gesund. Der Mensch gibt die Krone der Schöpfung ab und erlebt sich als ein Faden im Netz des Lebens. Und er begegnet in der Natur einer größeren „heiligen“ Ordnung und einer „grünen Spiritualität“.

Quelle: © BR2
Ein Podcast von BR2, LINK ZUM ORIGINALBEITRAG
Alle Rechte liegen beim Bayrischen Rundfunk
Ich zitiere diesen Podcast und seine Beschreibung im Zusammenhang mit meiner künstlerischen Arbeit zum Thema „Der neue Mensch“.

2019-10-07T18:13:13+00:00