Ich und Du. Die Suche nach Resonanzerfahrung

Die Suche nach Resonanzerfahrung
Sehen mit dem Herzen, sprechen mit der Seele
Von Friederike Weede

Verlieren wir im Zuge der Digitalisierung unseren zwischenmenschlichen Kontakt? Netzoptimisten verneinen das, soziale Netzwerke und Kurznachrichtendienste seien nur eine zusätzliche Erweiterung unseres Kommunikationsspektrums. Allerdings sehnen sich viele Menschen zunehmend nach direktem, unverfälschtem Austausch mit der Welt und den Mitmenschen, danach, sich selbst als Teil eines größeren Netzwerks wahrzunehmen. Nach Erfahrungen von Intimität, die das Herz unmittelbar ansprechen und die Seele zum Schwingen bringen. „Was Du einem der Geringsten unter meinen Brüdern getan hast, das hast Du mir getan“ – diese goldene Regel im Zentrum nahezu aller Weltreligionen ist Ausdruck der Erfahrung, dass Gottesbegegnung, die Begegnung mit dem Heiligen, immer in der Begegnung mit dem Nächsten stattfindet. Dass der Austausch von Ich und Du, das dialogische Prinzip, unser ganzes Dasein bestimmt, wie es der Philosoph Martin Buber in Anknüpfung an jüdische und christliche Mystik formuliert. Aber kann der Nächste im Zweifelsfall auch ein Mensch am anderen Ende des Landes sein, ein Hund, eine Pflanze, oder sogar eine handvoll Lehm? Im Netz versuchen Fans des Phänomens „Autonomous Sensory Meridian Response“, mit Flüsterbotschaften per Video, ein überiridisches Kopfkribbeln auszulösen. In Wildnisschulen gehen Menschen in der Natur mit Baum und Tier auf Tuchfühlung. Beim spirituellen Töpfern richten sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf das scheinbar leblose Element Erde auf der Suche nach Resonanzerfahrungen.

Quelle: © BR2
Ein Podcast von BR2, LINK ZUM ORIGINALBEITRAG
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Ich zitiere diesen Podcast und seine Beschreibung im Zusammenhang mit meiner künstlerischen Arbeit zum Thema „Der neue Mensch“.

2019-10-07T18:00:32+00:00