Die Edda 2019-09-17T17:26:48+00:00

Vom Speer verwundet, Odin geopfert – ich selbst mir selbst.

Gandre Heid

Ich erinnere mich der Riesen, der ehedem Geborenen.

Gandre Heid
  • Die Edda
    Wütendes Spiel der Unvollkommenen Midgards!
    Der geheimnisreiche Abstieg, hinauf zum Anfang der Zeit.
    Kehrst Du von dort zurück, bist Du wieder neu geboren.

  • Das Gewölbe der Welt schwankt, der germanische Mythos befreit sich.
    Weder Gewesenes noch Werdendes wird erzählt. Wahres Leben spielt außerhalb gezählter Zeit. Dahin führt der Weg, in Deine innerste Welt. Traumzeit. Ahnenzeit. Weltzeit. Zu Riesinnen, Göttern, Wölfen und Schlangen – zum menschlichen Herzen im Konflikt mit sich selbst.

  • Erkenne Dich in den Liedern der EDDA, im Spiel des dreimal vollkommen initiierten Gandre Heid.
    Ab 2020 im Theater, im Wald und auf Festivals.
    Aktuelle Spieltermine erhältst Du mit unserem newsletter oder findest Du auf dieser Seite.

Die Edda, der neue Mensch
  • Der Clash der Kulturen

    Die Edda – das sind im Moment des Sieges der christlichen Erlöseridee schriftlich festgehaltene Texte, einst wirklich gelebter mythologischer Überlieferungen.

    Menschen mit einer heiligen Schrift haben sich über diejenigen gestellt, die volkstümlichen Traditionen angehörten, unabhängig vom Reichtum ihres Mythos und Zeremoniells. (Gary Snyder, Lektionen der Wildnis)

    Die Schatten ferner Träume formen ihre verdrängten, verleugneten und schließlich vergessenen Symbole, mit dem grellen Schlaglicht des Neuen Menschen – der Vision der menschlichen Vollkommenheit. Damals in Gestalt des Erlösers Jesus Christus, des neuen Menschen, des „Adam secundus“. Und heute?
    Ein uralter, ewig aktueller Konflikt taucht auf. Heftig spürbar in jedem einzelnen Menschen, sichtbar in seinem folgenreichen Handeln. Das „sinnlose“ Sein überwinden müssen, für einen „sinnvollen“ erdachten Willen?

    Es windet sich ein gewaltiges Zauberwesen in Riesenzorn; Die Schlange schlägt Wellen. (50, Völuspà)

    Olaf Rauschenbach zelebriert als Gandre Heid dieses phantastische Panorama menschlicher Entwicklung – den Kampf der Gewalten – mit poetischem, innerweltlichen Verständnis. So kann aus der altnordischen oder germanischen Mythologie kein kriegerischer Heldenbericht entstehen, der im ausschließlich wörtlichen Verständnis, die Vorzüge männlichen Vertikalstrebens verherrlicht oder aggressive Ideologien pseudoreligiös legitimiert. In diesem Theater aber brennt wieder der Mythos einer lange versunkenen Welt, im Spiel eines riverrun mythmakerz.
2019-09-19T20:28:50+00:00

Die Voluspá, Odins Runengedicht

Synopsis Teil 1 / Die Weissagung der Seherin (Völuspà), Odins Runengedicht / Vor der Zeit – Urleere gibt es und den Baum der Welt. Unendlicher Wald spendet Wasser; den Tau der in den Tälern nieder fällt. Leben kreist, schicksalslos, willenlos, schuldlos. Midgard Menschenwelt – Land des Überflusses. Es müssen Riesen sein, die dort sind. Oder bedeutungslose Menschen, die mehr beginnen zu wollen, als das gnadenlose WAS IST JETZT des Augenblickes. Der Traumzeit im Licht des Mondes, im Schatten des dunklen Waldes entwachsen; mit der Kraft der Sonne erdichten sie Götter. Asen. Wanen. Zeit der Ahnen. Entwickeln sich aus den nichts verzeihenden Banden des natürlichen Seins. Goldene reife Felder warten in lichter Zukunft, an Stelle riesenhaften Urwaldes. Fortschritt, Zivilisation – Unsterblichkeit? Das  mächtige Midgard entsteht und zerstört sich doch selbst. Immer wieder, trotz der Ahnen, trotz des Goldes, trotz jeder Hoffnung. Menschen müssen schuldig sterben. Es gibt keinen Erlöser. Hinab in den Anfang der Zeit – hinauf in die Möglichkeiten der Leere. Ein stetig wiederkehrendes, gewaltiges Ragnarök verhilft, zu immer neuem Leben. Hängend am Lebensbaum im ewigen Selbstopfer, eine Frucht der Natur – nicht mehr und nicht weniger. Es findet die dreimal vollkommen initiierte Seherin Gandre Heid, Odin verkörpernd, in den Wurzeln die keiner kennt, die Runen der Erkenntnis. Spieldauer ca. 40 Minuten (Das Video zeigt den Zusammenschnitt einer Probe aus 08.19)

Wenn Tag und Nacht sich treffen, wenn Geschlechter einander berühren, wenn die Stimme des Traumes die Vernunft verführt, wenn tosende Stille die Weite meiner Tagträume empfängt, wenn Frau Zwischenwelt mir ihre Audienz gewährt – dann öffnet sich mein Blick in Gewesen und Werden, in andere Welten meiner Welt. Dann wird Mann zur Frau und Frau zum Mann – beide Beides. Die Geschlechter gehören einander und sind Eines. Der androgyne Mensch. Die Sackgasse der Gegensätze –  Arena meines gigantischen Schauspiels. Das ist die Zeit des Rituals im Feuerschein. Der Mythos erwacht.

“In der lila Stunde, wo Augen und Rücken
Vom Pult sich erheben, wenn der Menschenmotor wartet,
Wie ein knatterndes Taxi-Auto wartet,
Kann ich Tiresias, pochend zwischen zwei Leben, ich blinder
Greis mit runzligen Weiberbrüsten sehen,
In der lila Stunde, der Abendstunde” (T.S. Eliot, Das wüste Land)

aus dem Artikel XXIX Leere der Materialsammlung Poesie des Scheiterns