XLIV Discover yourself, your inner landscape

XLIV Discover yourself, your inner landscape 2019-10-07T17:31:11+00:00

Project Description

Gehe in Deine Innenwelt und nimmt das erste Wort. Sprich es aus oder singe es und lasse Dich überraschen, wo in Deinem Körper es klingt, vibriert, zuckt. Es kann ganz woanders sein, als Du dachtest. Dein Denken legt Dich fest. Lass es gehen oder beobachte Deine gedachten Gedanken, statt Dich davon leiten zu lassen. Gehe dazu immer wieder zurück, in die Wahrnehmung Deines Atems, Deines Körpers bis in Deine Füße. Dein Wille nützt Dir hier nichts, eher die Ruhe der Achtsamkeit. Wo klingt das Wort?

Misstraue der illustrativen Antwort. Sprich oder singe den Laut oder das Wort oder den Satz aus dem Script immer wieder. Wenn Du den Ort des Wortes spürst, frage weiter: Wie spürst Du den Klang? Wie verändert sich dort Dein Körper? Wir er warm oder kalt, kribbelt er oder zieht sich zusammen? Und weiter, dieser Teil Deines Körpers ist eine reale eigene Welt, ein Kosmos in Deinem Kosmos. Wie sieht die Welt dort aus, in Deinem Körperteil? Wiesen? Berge? Fabriken, Seen? Male es Dir genau aus und beobachte, wenn Du weiter mit den Worten spielst. Kannst Du es sehen? Vielleicht sind es auch Temperaturen oder Massen, Formen, Farben? Wenn Du Dir dort Deine Aufmerksamkeit schenkst, frage weiter: Was verändert sich in Deiner inneren Welt? Was oder wer kommt hinzu? Passiert dort etwas? Was? Oder bleibt es eine Ahnung oder statisch? Und was macht Dein Körper? Wie verhält er sich, wenn Du so innerhalb Deiner selbst das Licht anknipst? Agiere die Körperimpulse aus, behalte nichts für Dich. Dabei ist es egal, wie groß oder klein Du das machst. Versuche schrittweise Deine Bewegungsamplituden zu verkleinern und zu vergrößern. Beginne in Deiner Komfortzone und sehe, wie weit Du kommst.

Spürst Du Widerstände? Wenn ja, wie? Spiele mit den Figuren und Impulsen Deiner Widerstände. Gib allem was in Dir geschieht Gestalt, Farbe, Persona – und das kann gänzlich unabhängig vom vermeintlichen Sinn, des zu Sagenden oder Gesagten sein? Probiere die Geste, Haltung oder den Bewegungsablauf aus, welche/r mit Dir spielend in Dir, aus Dir heraus entsteht. Und verbinde Deine körperlichen Äußerungen, mit den Worten die Dich dahin führten. Kreiere eine Bewegungsfolge, einen Tanz mit Tönen, Worten und Sätzen. Jetzt gibst Du dem „Text“ Deine innere Lebenskraft, Deine „shakti“. Jetzt wird aus Literatur Leben. Wie sieht das aus und hörts sich das an? Mit diesen Wort- und Lauttänzen tretet miteinander in Kontakt. Zelebriert den Augenblick in Eurem Körper. Es gibt nichts zu erreichen, es gibt nur etwas zu spielen. Das Ziel ist der Augenblick, der kein Ziel ist, denn er ist immer da. Willst Du zum Ziel, verlässt Du den Augenblick.

Vielleicht magst Du erzählen? Oder ein Bild malen? Versuche es mit einer Verdichtung Deiner Visionen – schreibe ein Gedicht dazu. Du bist frei in der Form Deiner Dichtung.

Ja, es ist anstrengend, das leuchtet mir ein. Du verstehst den Sinn des Ganzen vielleicht nicht, bist schon erschöpft, denn diese Art der Arbeit ist Dir ungewohnt oder Du kommst Dir schlicht und einfach nur blöd vor. Auch ok.

„Die Welt ist weder stumm noch undurchsichtig, sie ist kein lebloses Ding ohne Ziel und Bedeutung. Für den religiösen Menschen ist der Kosmos etwas das “lebt” und “spricht”. Aus diesem Grund betrachtet sich der Mensch […] als Mikrokosmos. Er bildet einen Teil der göttlichen Schöpfung; anders ausgedrückt, er findet in sich selbst die “Heiligkeit” wieder, die er im Kosmos erkennt. Infolgedessen ist sein Leben dem kosmischen Leben homolog: als göttliches Werk wird es zum Vorbild der menschlichen Existenz.“[1]

 

„Kosmos und Mensch ist nur ein Unterschied des Grades, nicht des Wesens.“[2]

 

„Versuchen wir, die existentielle Situation des Menschen zu verstehen, für den alle diese Gleichsetzungen nicht bloß Ideen sind, sondern erlebte Erfahrungen. Sein Leben besitzt offenkundig eine Dimension mehr: es ist nicht nur menschlich, sondern zugleich “kosmisch”, denn es hat eine übermenschliche Struktur. Man könnte es eine “offene Existenz” nennen, weil es nicht allein auf die menschliche Seinsweise allein beschränkt ist. […] Die Existenz […] ist der Welt gegenüber “offen”; der religiöse Mensch ist niemals allein, ein Teil der Welt lebt in ihm. […] Eine “weltoffene” Existenz ist keine unbewusste, in der Natur begrabene Existenz. Die “Offenheit” zur Welt setzt den religiösen Menschen in den Stand, sich selbst zu erkennen, indem er die Welt erkennt, und diese Kenntnis ist ihm kostbar, weil sie “religiös” ist, weil sie sich auf das Sein bezieht.“ [3]

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[1] Eliade, 1957, S.145

[2] Eliade, 1960, S.32

[3] Eliade, 1957, S.146