XX Darum tötet was irdisch an Euch ist

XX Darum tötet was irdisch an Euch ist 2019-09-13T16:42:30+00:00

Project Description

“[…] wir müssen unsere subjektive Erfahrung wieder aufwerten und sie, soweit es geht, weiter entwickeln. Dafür gilt es, das jahrhundertealte Erbe seelischer Einhegung überhaupt erst wahrzunehmen, die Anästhesie, die im Leben bereits früh beginnt und von Bildungssystemen zementiert wird. […] Als Hindernis erweist sich der Umstand, dass Menschen keinen ausreichenden Zugang zu ihren Bedürfnissen haben. […] Diese Bedürfnisse bedeuten nichts anderes, als das wir lebendig sind. Sie lassen sich nicht unterdrücken, weil sie die Wirklichkeit sind. Man kann sie nur einsperren. Sind Gefühle eingesperrt, werden sie toxisch […] Die Befreiung des Fühlens aus dem Gefängnis effizienter Kontrolle, ist somit das erste Ziel eines Strebens nach poetischer Objektivität. […] Die dadurch gewonnene Objektivität verleiht keine Kontrolle mehr, sondern gelingt nur aus dem Mut, sie loszulassen. Darum kann sie allein poetisch sein.”[1]

Poesie
lebendigen Leibes, klaren Verstandes, in brüchiger Kruste erdacht.
Kunst,
hörbar mit zerstörten Männerohren im tönenden Klangteppich halbrechter Seite
in Tinitusnähe. Kunstwerke, große.

“[…] unsere moderne Einstellung blickt stolz auf die Nebel von Aberglauben und mittelalterlicher oder primitiver Leichtgläubigkeit zurück und vergißt vollständig, daß wir die ganze Vergangenheit in den tieferen Stockwerken des Wolkenkratzers unseres rationalen Bewußtseins mit uns tragen.”[2]

Entwurzelt,  entrindet, eingekeilt, verwinkelt, ineinandergeschoben, hochgestapelt, gerodet
Lege Hand an diesen Baum,
kein Streicheln, Umfangen, erforschendes Tasten.
Zuschlagen!
nur kurz der erste Schlag auf Kniehöhe
es splittert,
mit voller Wucht atme wuchtig ein
grabe heißen Stahl ins kreischende Fleisch der Jahresringe.

“Unglücklicherweise gibt es keinen Zweifel an der Tatsache, daß der Mensch […] weniger gut ist, als er sich einbildet oder zu sein wünscht. Jedermann ist gefolgt von einem Schatten […] Eine bloße Unterdrückung des Schattens ist ebenso wenig ein Heilmittel, wie Enthauptung gegen Kopfschmerzen. Die Moral eines Menschen zerstören, hilft ebenfalls nicht, weil es sein besseres Selbst töten würde, ohne welches der Schatten auch keinen Sinn hat.”[3]

1000 Leben – tobend sterbender Wald
Krieg der Bäume – vernünftige Gefahr
Astarme verflochten, halten wogend geschlossen
weit verwurzelt gemeinsam im Geflecht Erde.
1000 Totempfähle, Weltbäume, Weltzentren
1000 heilige Haine des leidenden Menschtieres.

Phallusturm entsteht
steifer Schwanz ist das MUST HAVE
Kokainständer – Chaos der Welt denkend blitzartig erkennen,
beschreiben und vermessen.
Oh bitte!

“Darum tötet was irdisch an Euch ist: die Unzucht, die Schamlosigkeit, die Leidenschaft, die bösen Begierden und die Habsucht, die ein Götzendienst ist. All das zieht den Zorn Gottes nach sich. Früher seid ihr auch darin gefangen gewesen und habt Euer Leben davon beherrschen lassen. Jetzt aber sollt ihr das alles ablegen.”[4]

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[1] Weber, 2016, S.105

[2] Jung, 1940, Abs.56, S.53 in Philosophie und Religion

[3] Ebd. S.93 f

[4] Kol 3,5-8