XXI Im Schatten

XXI Im Schatten 2019-09-13T16:52:25+00:00

Project Description

“[…] mit dem freiwilligen Teilhaben des Göttlichen am dämonischen Chaos der Vergänglichkeit, mit Christi Eintritt in die Menschenwelt, ward der Bann des Dämonischen endgültig gebrochen. Es hat keinen Raum im Hause Gottes, es ist aus ihm verwiesen und zeigt seine Fratze, enttäuscht und vergrämt, grotesk und gebrochen, als Chimäre nur außen an Dächern und Türmen der Kathedralen, – Spott und Gelächter für die Heiligen des Herrn. Es ist aus der eigentlichen Welt der Gläubigen verdrängt; uneigentlich aber lebt es fort, und die Liebe, mit der seine Mißschaffenheit, sein obszönes Gebaren gebildet ward, deutet darauf, daß es, wenn auch offenbar verdrängt, im geheimen noch mächtig ist.”[1]

Runzlige Vettel öffnet Tür den Spalt breit
monotoner Singsang
würfelt ewig im quälenden Takt Worte:
ich will.
Schielt durch den Spalt geiergleich aus verborgenem Dahinter WILL
WILL
Geiferndes Kellerkind 120 Jahre verborgen
ausgelieferte, schweigende Alleinsamkeit
beißender, erstarrender Gestank – ausatmen
WILL / WILL.
endlich mal
durchlüften verrammelte Unschuld,
zärtlich, vorsichtig Rost in  trockenen Tränencanyons kratzen
kristalline Härte furchte, kein Wasser. So steht sie da.

“If there were water
And no rock
if there were rock
And also water A spring A pool among the rock
If there were the sound of water only […]”[2]

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[1] Zimmer, 1935, S.88

[2] Eliot, 1927, Zeilen 345-350, S.70