XXVI Sich selbst erhaltender Wahnsinn

XXVI Sich selbst erhaltender Wahnsinn 2019-09-13T17:49:45+00:00

Project Description

Spielen Gedankengeister wahre Macht:
Weltgestaltung Labyrinth Mensch.
Bilderstürme fegen unerkannt enge Synapsenspaltem
Schwarzweisses Rauschen betriebsblinden Sichtfeldes
Ichbrille, Willensfilter
abgeschirmt, hermetisch verriegelt zentriert, machtbewusst, vorsichtsreich sicher kontrolliert.
Du hast ja absolut keine Ahnung wie sich das anfühlt, eine Bewegung machen
zu wollen, doch dann geht es einfach nicht.
Wenn die Kraft meines pulsierenden Blutes ihr Opfer will.
Und weiter: Volksgemurmel quadrophon anschwellend,
dolby surround – voller, fetter Bass
Gegenrede, Sprechchor, Kampflied, wird Wahnsinn,
überquellender Wahnsinn,
selbst produzierter Wahnsinn,
sich selbst erhaltender Wahnsinn.

“Wo aber kein Wahnsinn, ist freilich auch kein rechter, wirkender, lebendiger Verstand, denn worin soll sich der Verstand beweisen, als in der Bewältigung, Beherrschung und Regelung des Wahnsinns”[1]

Das mein Handeln seine Richtung verliert,
mir den Weg vorzeichnet, den ich zu rennen habe auf Autopilot
mit manipulierter Software im Maschinenkörper bis zum Anschlag.
Das mein ratterndes, pulsierendes TreibeSchwungradRelais
auch wieder stoppen kann
rasendes Gestalten, rasendes Wollen, rasenden Verstand.
Das ich nicht vorausschauend Denken will
an das was kommt, sein wird, sein muss,
zu tun ist, zu beachten, zu befürchten
so gänzlich blind den FrühlingSommerHerbstWinter
für das Projekt eintauschen in der Zukunft.
Will ich zu mir zurück in den vollständigen, unfassbaren, närrischen Verblödungsschein des immer unfertigen Nichtdazugehörenden.
Und mich genauso sehen und aushalten können.

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[1] Schelling, 1856, S.337ff