Das Sein zelebrieren. Das Werden lassen.|brief@NeuerMensch.com
riverrun – acting 2018-12-27T00:42:32+00:00

Die Phantasie, das Unbewusste und das Unterbewusste anzuregen, ist das stärkste Mittel der künstlerischen Arbeit.

L. Strasberg
  • Mythos, Ehrlichkeit, Schauspieler

    searching for actors and mankind basic language
    fearless, authentic, powerfull acting

  • Das Seminar findet durchgehend als fundierte schauspielerische Aus- und Weiterbildung für eingeschriebene StudentInnen und SchülerInnen, an der Hochschule für Musik in Nürnberg und aktuell der Zerboni Schauspielschule in München statt.

  • HFM Nürnberg / WS 18/19 und SS 19, Thema: „Tristan und Isolde“ nach dem Libretto von Wagner und der Vorlage von Gottfried v. Strassburg

  • Zerboni Schauspielschule WS 18/19, Thema: „Das wüste Land“  T.S. Elliot

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Kunst

… besitzt die Fähigkeit uns lebhaft mit einer anderen Vision der Realität zu konfrontieren. Doch diese Konfrontation bereichert nicht nur die Fantasie. Sie attackiert auch unsere Gewohnheiten und stellt die Dogmen unseres Denkens bloß.

Sehgewohnheiten hinterfragen, Denkweisen verändern, überholte Selbstkonzepte aufzeigen: neue Horizonte eröffnen!
Damit wird Kunst im Theater seinem mythologischen Ursprung gerecht. Hier beginnt Entwicklung und Gesellschaft.
Es geht nicht um den Inhalt, dieser ist seit tausenden Jahren in tausenden Varianten gleich: Liebe und Krieg zwischen den Menschen.
Es geht um das WIE! WIE zeige ich diese Inhalte. Was macht das Gezeigte mit Dir?
Und dann beginnt Kontakt, Gespräch, Veränderung.

I / GRUNDLAGEN / URGEFÜHLE – DIE SPRACHE DES MYTHOS

Schamanen, Leben, Leidenschaften, Staunen, Überwältigung, Machtlosigkeit, Wesen, Geister, Dämonen, Masken, Tänze, Töne, Poeten, Königinnen, Götter, Körper
Vom Passiven zum Aktiven, der alte Adam IST
Du erfährst  Deine Möglichkeiten, mit und durch Deinen Körper umfassend wesentlich zu kommunizieren – mit Menschen, Dingen, Vorgängen/Konflikten und der Natur. Textfragmente: „Finnegans Wake“, J. Joyce

I / Körpersprache, Impulse, kreisförmige Dramaturgie, Selbsterfahrung
Du erfährst Deine speziellen Möglichkeiten mit und durch Deinen Körper umfassend zu kommunizieren. Du lernst Erfahrungen in Deinem Körper bewusst abrufbar zu speichern und diese körperlich nachvollziehbar zu zeigen. So kannst Du anderen die Essenz Deines eigenen heftigen Erlebens nahebringen – ein wesentlicher Kern des Schauspiels. Das Training umfasst die Erfahrung der vollen Bandbreite „analoger Sprache“ von frei assoziierten Körperimprovisationen, über geführte Zufälle, bis hin zur Ausführung festgelegter körperlicher Formen. Begriffe wie Haltung, Spannung, Beziehung, Wollen werden plastisch und praktisch umsetzbar. Du erkennst eigene Begrenzungen oder Behinderungen, in denen Du Dich selbst bewegst. Du bringst Töne, Atem, Bewegungen, Gesten, Worte in eine authentische Kongruenz. Weiterhin verlierst Du Hemmungen, Ängste, Selbstverhinderungsimpulse (Selbstzensur) und befreist Dein angeborenes kreatives Ausdrucksvermögen von klischeehaften Vorstellungen und irreführenden Glaubenssätzen. Daraus verbleibt Dir ein realistisch anwendbares Handwerkszeug für Deine Berufspraxis und eigene Sozialhygiene.

II/ZIVILISATION/IM HEXENKESSEL DES THEATERS

Priester, Erfahrungen, Mythologien, Geschichten, Wiederbelebung, Rituale, Akzeptieren, Systeme, Dogmen, Wahrheiten, Worte, Propheten, Herrscher, Religionen, Gestalt
Von der Erfahrung zur Behauptung, die Idee des neuen Menschen entsteht.
Du nutzt Deine Begrenzungen und Behinderungen, die Weite Deiner Grundlagen zu fokussieren auf die zielgerichtete Vermittlung von Inhalten, Situationen, Konflikten. Textfragmente: „Faust“, Goethe / Gedichte, Rilke / „Finnegans Wake“, J. Joyce / „Das Hohe Lied Salomon“, Altes Testament / „Agamemnon“, Aischylos – Die Orestie, u.v.a.

II / Situationen, Textarbeit, Konflikt, lineare Dramaturgie
Du erfährst Deine Möglichkeiten, die Weite Deiner Grundlagen zu fokussieren auf die zielgerichtete Vermittlung von Inhalten und Zuständen. Du nutzt die konzentrierte, strukturierte körperliche Aktion, ohne Dich in Pseudotrance zu verlieren. Du durchdringst das jeweilige Wesen des Spielthemas und setzt diese Erkenntnis in Beziehung zu Dir. Du wirst ganz Text, ganz Wesen, ganz Figur, ganz Gestalt – in einer selbst geschaffenen, permanent veränderlichen Situation. Du erfährst den Ursprung des Textes aus Dir selbst, indem Du eigene Probenerfahrungen lyrisch umsetzt. Diese eigenen Gedichte werden in szenischen Improvisationen mit vorgegebenen Texten verbunden und in den direkten, impulsiven Kontakt mit den jeweiligen Spielpartnern gebracht. Deine eigene (Sing)stimme wird als organisches, natürliches Instrument mit ihrem dazugehörigen körperlichen Ursprung erfahren. Körper, Stimme, Situation, Haltung, Geste, Wort, Gesang werden eine glaubhafte Einheit. Die bisherige körperliche Erfahrung, jene kreisförmige Dramaturgie des Augenblicks, umhüllt unsichtbar die erzählten Geschichten, nun eine lineare Dramaturgie mit Anfang und Ende, Ursache und Wirkung, Kampf und Belohnung.

III/MENSCHMASCHINE/MEDIEN UND WIRKLICHKEIT

Berufsschauspieler, Konflikte, Rollen, Sein und Schein, Inszenierung, Verführung, Manipulation, Doppelbotschaften, Identitäten, Flexibilität, Rezitieren, Gestalten, Beherrschen, Unterwerfen, Dynastien, Nationen, Staaten, Bündnisse, Stars, Führer, Gesicht
Vom Denkvorgang zur Diktatur des Denkens.
Du kanalisierst die innerweltlichen Konflikte und Leidenschaften, Deine und die Deiner Rolle – machst diese Deckungsgleich und verwendest die frei werdende Energie in der szenischen Situation, statt zur Selbstunterdrückung. (Nimm es in die Rolle!)

III / Identifikation, Rollenarbeit, Szenenstudium

Du erfähsrt den Wert und das Leid der Struktur von Bühne, Regie und Szene. Schrittweise wird aus Deinem persönlichen Hemmnis und den äusseren Umständen ein Gewinn. In diesen tatsächlichen und nicht gedachten/interpretierten Konflikten im Hier und Jetzt, entdeckst Du Dein Material für die Szene. Du kanalisierst innerweltliche Konflikte und Leidenschaften – eigene und die Deiner Rolle – machst diese Deckungsgleich und verwendest die frei werdende Energie in der szenischen Situation, statt zur Selbstunterdrückung. (Nimm es in die Rolle!)
Du findest im Hier und Jetzt, im Kontakt mit den KollegInnen das Wesen der Beziehung der handelnden Figuren, wenn Du es bist, der Deine Rolle einnimmt. Du lernst erkennen, was sich unter der Oberfläche von Text und Partitur verbirgt und wie Du das so entdeckte Wesen von Figur und Situation unaufdringlich in das Bühnengeschehen einbringen kannst. Welche Wirkung entfaltet sich, wenn Du als Spieler, Dich den Signalen Deiner gewaltigen Impulse anvertrauen und Deine Identität der Rolle, dem Gesang zur Verfügung stellen kannst? Wie verändern sich Szenen?

In the modern western world, we tend to regard art either as decoration, to add color and interest to our homes and public buildings, or as something remote from practical life, to be preserved in museums.
Direct Impact Creativity: A creative act or action that has an immediate and transformative effect on the life process.
Socrates said, “Change a country’s music and you change the country’s political system.”
This is what is meant by Direct Impact Creativity: a creative act that has a directive and transformative impact on one’s life.

Paul Rebillot