riverrun_blog 2018-10-02T19:14:18+00:00

Wo Zauber, da kein Tod!

Der Narr, der Held, der Hase

Der Narr, der Held, der Hase Diese zwieschlächtige, seltsam faszinierende Gestalt des Tricksters oder Schelmen scheint die mythische Hauptfigur der paläolithischen Sagenwelt gewesen zu sein. Narr, der er ist, und grausamer, geiler Betrüger, die Unordnung in Person, ist er dennoch auch der Kulturbringer. Und er trat in vielen Verkleidungen auf, tierischen wie menschlichen. Bei den nordamerikanischen Prärieindianern war seine übliche Form die des Coyoten. bei den Waldstämmen des Nordens und Ostens war er der Große Hase, der Herr der Kaninchen. [...] In der paläolothischen Sphäre, aus der diese Figur stammt, war er der Archethypus des Helden, der Spender aller [...]

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Joseph Beuys – Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt.

"Ich versuche, die Komplexität der schöpferischen Bereiche ans Licht zu bringen." Filmaufnahmen, Zitate und Ausssagen (aus dem "Club 2") von Joseph Beuys zu der Aktion aus dem Jahr 1965. Beuys spricht anhand der Aktion über seinen erweiterten Kunstbegriff und die Intentionen, die hinter dieser Arbeit stehen (anlässlich seines Besuchs im "Club 2" am 27.01.1983. Weitere Gäste u.a.: der österreichische Komponist György Ligeti sowie der Kunst- und Medientheoretiker Peter Weibel. Gesprächsleitung: Adolf Holl). "Zu Beginn der Aktion in der Galerie Schmela in Düsseldorf versperrte Beuys die Tür von innen und ließ die Besucher draußen. Sie konnten nur durch Fenster den Vorgang [...]

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Die dunklen Götter des Krieges entschleiern. Podcast

Vier Generationen nach Ende des zweiten Weltkriegs wird die Rhetorik wieder härter - von dem Ruf "Nie wieder Krieg" keine Spur mehr. Warum bekommen wir den Krieg nicht aus unserem Denken und Fühlen? Fallen die Menschen auf Urbilder der Seele herein, auf uralte Mythologien, dunkle Götter des Krieges? Geseko von Lüpke geht der Frage nach. (Dieser Bericht endet, wo wir anfangen: bei der eigentlichen Entschleierung und lebendigen Erfahrung der dunklen Seite des Mythos, als DIE lebensspendende - und erneuerende Kraft in uns. Anm.O.R.)

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Joseph Beuys und seine Aktion  ,,Coyote; I like America and America likes me“ von Tamara Tolnai

Joseph Beuys ist einer der umstrittensten Künstler unserer Zeit. Sein umfangreiches Werk umfasst neben zahllosen Zeichnungen, Installationen und Objekten auch mehrere ungewöhnliche Aktionen. Die Aktion ,,Coyote; I like America and America likes me`` vom Mai 1974 soll hier näher besprochen werden. Sie fand in der New Yorker Galerie René Block statt und dauerte exakt vier Tage. Schon Beuys` Ankunft in Amerika war Teil der Inszenierung: vom New Yorker Flughafen wurde er - komplett in Filz gewickelt - von einem Krankenwagen zur Galerie gefahren. In einem separaten Raum erwartete ihn ,,Little John``, ein waschechter amerikanischer Kojote. Beuys verbrachte drei Tage und [...]

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„Offensichtlich ist jetzt eine breitere und tiefere Mythologie vonnöten als alles, was irgendwem irgendwo in der Vergangenheit einmal vorschwebte: ein fliessenderes, feineres Arcanaum, als die gesonderten Visionen der einzelnen Überlieferungen. […] Aber genau das ist das große Mysterienbild, das nur darauf wartet, daß wir es bemerken […] Um es in den Dienst dieser Stunde zu stellen, […] müssen wir es mit den Mitteln der Kunst als unser Eigen zum Leben erwecken […] indem wir mit unserer eigenen erwachten Menschlichkeit an dem Fest der vergehenden Formen teilnehmen.“

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Die Meditation von Hornochsen. Podcast

Spannendes und anfangs auch "drolliges" Feature. Wer im Urlaub unterwegs ist, hat mehr Sinn für den Sinn als sonst. Der Blick wird anders. Das Kleine wird bedeutsam. Mittlerweile gibt es Angebote der Kirchen für Touristen, die auf das Bedürfnis nach Stille und Tiefe reagieren. Matthias Morgenroth ist im Bayerischen Wald unterwegs und fragt zugleich: Wie kann das, was im Urlaub das Leben so lebenswert macht, auch in den Alltag integriert werden? Er wird fündig unter dem Stichwort Mystik to go.

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Für die Zukunft der Welt – Spirituelle Antworten auf den Klimawandel. Podcast.

Die Klimakrise bedroht uns alle, könnte weltweit Welternährungsschwierigkeiten und Migrationswellen auslösen und zwar in so gigantischem Ausmaß, dass viele lieber gleich den Kopf in den Sand stecken, als nach politischen oder umweltethischen Wegen aus der Krise zu suchen. Dabei liegen die Instrumente zur Bewältigung des Klimawandels längst vor uns ausgebreitet, in den Weisheits- und Spiritualitätstraditionen verschiedener Religionen und Kulturen auf allen Kontinenten. „Für die Zukunft der Welt – Spirituelle Antworten auf den Klimawandel“, ein Feature von Geseko von Lüpke.

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Schluss mit der Arschlochhaftigkeit

Berliner "TAZ" vom 05.07. 2018 / Offener Brief an Frank Castorf/ Nach Castorfs sexistischen Aussagen hat Simone Dede Ayivi den offenen Brief an ihn unterzeichnet. Sie findet diese bezeichnend für Theaterstrukturen. Der ehemalige Volksbühnenintendant und alternde Star-Regisseur Frank Castorf ist der Meinung, dass Frauen nicht Regieführen können. Zumindest nicht so gut wie Männer. So sagt er es jedenfalls in einem Interview mit Christine Dössel in der Süddeutschen Zeitung. Und Fußballspielen können sie auch nicht. Da sieht er einen klaren Qualitätsunterschied und deshalb interessiert ihn Frauenfußball auch nicht. Dass Castorf sich nicht für Frauenfußball interessiert, kann dem Fußball egal sein – denn der Fußball interessiert sich [...]

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Ich fürchte mich so, vor der Menschen Wort.

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort. Sie sprechen alles so deutlich aus: Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus, und hier ist Beginn und das Ende ist dort. Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott, sie wissen alles, was wird und war; kein Berg ist ihnen mehr wunderbar; ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott. Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern. Die Dinge singen hör ich so gern. Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm. Ihr bringt mir alle die Dinge um.

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Ein Tanzbär war der Kett entrissen. (Danke Pia)

Ein Tanzbär war der Kett‘ entrissen, Kam wieder in den Wald zurück, Und tanzte seiner Schar ein Meisterstück Auf den gewohnten Hinterfüßen. »Seht, schrie er, das ist Kunst; das lernt man in der Welt. Tut mir es nach, wenns euch gefällt, Und wenn ihr könnt!« Geh, brummt ein alter Bär, Dergleichen Kunst, sie sei so schwer, Sie sei so rar sie sei, Zeigt deinen niedern Geist und deine Sklaverei.

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Wildnis ist ein Ort, wo das wilde Potential vollständig zum Ausdruck kommt.

„Wildnis ist ein Ort, wo das wilde Potential vollständig zum Ausdruck kommt, eine Vielgestaltigkeit an Lebewesen und Dingen, die ihrer eigenen Ordnung gehorchend gedeihen. Wenn ein Ökosystem vollständig funktioniert, werden alle Mitglieder der Versammlung gehört. Von Wildnis sprechen heisst von Ganzheit sprechen. Die Menschheit entstammt dieser umfassenden Ganzheit, und das Nachdenken über die Wiederbelebung dieser Mitgliedschaft in der Vollversammlung aller Lebewesen ist keineswegs regressiv.“

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Natur, sich dem analytischen Denken entziehend.

„Natur: sich dem analytischen Denken entziehend, jenseits von Kategorien stehend, selbst – organisierend, sich selbst informierend und bildend, spielerisch, überraschend, nicht auf Dauer, nicht – substanzhaft, vollständig, geordnet, unvermittelt, sich frei manifestierend, sich selbst bestätigend, aus eigenem Willen handelnd, komplex und dabei ziemlich einfach. Leer und real zur gleichen Zeit. In einigen Fällen könnte man es heilig nennen.“

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Nennt Ihr das Seele? Gedicht

Nennt ihr das Seele, was so zage zirpt in euch? Was, wie der Klang der Narrenschellen, um Beifall bettelt und um Würde wirbt und endlich arm ein armes Sterben stirbt im Weihrauchabend gotischer Kapellen, – nennt ihr das Seele? Schau ich die blaue Nacht, vom Mai verschneit, in der die Welten weite Wege reisen, mir ist: ich trage ein Stück Ewigkeit in meiner Brust. Das rüttelt und das schreit und will hinauf und will mit ihnen kreisen … Und das ist Seele.

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Vollkommenheit? Podcast

Mary Shelleys Roman über Dr. Frankenstein, der einen künstlichen Menschen erschafft, feiert seinen 200ten Geburtstag und wirkt aktueller denn je: So will etwa die Bewegung des Transhumanismus die Grenze zwischen künstlicher und natürlicher Intelligenz auflösen und einen komplett Hightech-optimierten Menschen schaffen. Ist das menschlicher Schöpferdrang oder Hybris? In ihrem Feature: „Frankensteins Freunde“ zeigt Friederike Weede, welche historischen und literarischen Vorläufer die modernen Frankensteins haben und ob der Drang, menschliche Intelligenz zu kreieren, bereits unumkehrbar ist.

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Dort wo Du nicht bist, ist das Glück.

Ich komme vom Gebirge her, Es dampft das Tal, es braust das Meer, Ich wandle still, bin wenig froh, Und immer fragt der Seufzer, wo? Die Sonne dünkt mich hier so kalt, Die Blüte welk, das Leben alt, Und was sie reden, leerer Schall, Ich bin ein Fremdling überall. Wo bist du, mein geliebtes Land, Gesucht, geahnt, und nie gekannt? Das Land, das Land so hoffnungsgrün, Das Land, wo meine Rosen blühn; Wo meine Freunde wandelnd gehn, Wo meine Toten auferstehn, Das Land, das meine Sprache spricht, O Land, wo bist du? ... Ich wandle still, bin wenig froh, [...]

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Geschöpfe, Podcast

Bereits in vorchristlicher Zeit galten Bäume als Orte, an denen sich das Göttliche offenbarte. Diese Überzeugung wurde aber – als das Christentum sich auszubreiten begann – als heidnisch verfolgt, ungeachtet zahlreicher biblischer Bezüge, die den Baum ebenfalls hervorheben. Andreas Pehl untersucht den Zusammenhang zwischen heidnischer Baumverehrung, christlichen Mythen und Heiligengeschichten, die bis heute erzählt werden.

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Geschöpfe, Zitat

„Geschöpfe die uns durch die Zeiten begleitet haben, sind nun vom Aussterben bedroht, da ihre Lebensräume – und der alte, uralte Lebensraum des Menschen – der zeitlupenartigen Explosion einer expandierenden Weltwirtschaft zum Opfer fallen. Falls unter uns das Kind ist, das weiß, wo sich das Herz dieses Ungeheuers versteckt, bitte lasst es uns berichten, wohinein wir den Pfeil schiessen müssen, um dieses Monstrum aufzuhalten.“

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Seelenarbeit – Dantes Läuterungsberg

/ Ein Oster- und Auferstehungs-Epos / Von Lorenz Wachinger/ Nicht zufällig lässt Dante sein "Purgatorio" ("Läuterungsberg", "Fegefeuer") - mittlerer Teil seiner "Divina Commedia", nach der "Hölle" und vor dem "Paradies" - am Ostermorgen 1300 beginnen. Er will erklären, was Erlösung, Auferstehung bedeutet, wenn sie nicht einseitig auf Jesus bezogen wird und wie sie geschieht: nämlich wie ein Mensch, vor oder nach seinem Tod, zu einer Heilung seines Lebens kommt und den Sinn von allem findet. Der Dichter wagt, vom "Jenseits", vom Leben nach dem Tod zu reden, das er mit dem Begleiter Vergil erfährt, - in Bildern und Symbolen, mit [...]

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