Doch diese schönen Dinge die andere gemacht haben, haben die Tendenz den Drang nach Besitz zu wecken …

John Cage, Silence

Und das Wort war Gott

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Mit freundlicher Genehmigung der Redaktionen Radio Wissen, Evangelische Perspektiven, Katholische Welt
sowie andere spannende Inspirationen – Videos, Textebeitrage …

Ich danke allen die mir die Möglichkeit geben Ihre Arbeiten an dieser Stelle zur Verfügung zu stellen. Bitte beachte dazu auch die Quellenangaben.

Die Natur ist beseelt, das sieht jeder Mensch. Sie wird von Feen, Nymphen, Faunen und Wassermännern bewohnt, das weiß jede Kultur. Märchen und Mythen benennen Zauberwesen unterschiedlich: Im orientalischen Raum sind es Peris und Dschinns, die hinter der materiellen Welt walten, in irischen Sagen die koboldhaften Leprechauns und böse Gestalten wie die Todesfee Banshee, deren Ruf als Todesbotschaft gefürchtet wird. In den ungarischen Märchen ist es die schöne Fee Ilona, die sich hinter einem Federnkleid verbirgt und sich in einen Sterblichen verliebt. Und in der keltischen Artus-Sage sind es Morgana und Viviane, die die Menschen leiten, lieben, verführen oder dem Untergang weihen. Denker und Forscher erkannten schon im Altertum, dass es sich bei den Zauberwesen um die Projektionen menschlicher Gefühle und Befindlichkeiten handelt. Psychologen des 20. Jahrhunderts wie C.G. Jung und Karl Kerényi kamen zu dem Schluss, dass Mythen als eine Art Lebenshilfe fungieren und dass Naturgeister die elementaren Dinge des Lebens verkörpern: Angst und Hoffnung, Liebe, Sex und Tod. Autorin: Katalin Fischer / Regie: Susi Weichselbaumer

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Ich zitiere diesen Podcast und seine Beschreibung im Zusammenhang mit meiner künstlerischen Arbeit zum Thema „Der neue Mensch“ Die ewige Wiederkehr.

Hat Medea ihre Kinder getötet oder wurde sie das Opfer einer Rufmordkampagne? Der antike Mythos von der eifersüchtigen Ehefrau des Argonauten Jason erfuhr im Laufe der Jahrhunderte viele literarische Umformungen und Deutungen. Von: Justina Schreiber

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Adam und Eva im Paradies – Gott hätte es doch so gut gemeint. Und trotzdem läuft die Sache schief. Evas Griff nach dem Apfel zerstört den Frieden zwischen Mensch, Natur und Gott und eröffnet die menschliche Geschichte mit all ihren Risiken und Abgründen. Der biblische Schöpfungsmythos hat die europäische Kulturgeschichte zutiefst geprägt und illustriert bis heute das menschliche Verhältnis zu Geschlechterdifferenz, Sexualität und Tod, das Streben nach Erkenntnis und Wissen. Eva wurde zur Mutter der Sünde und zur Mutter der Zeit – und Adam? Für den gelten mildernde Umstände. So einfach und farbig die biblische Geschichte von Adam und Eva sich darstellt, so vielseitig formbar ist sie auch: Spiegel der Grundfragen menschlicher Existenz und aller großen sozialen, geistigen und künstlerischen Umbrüche, Ursprung, der mitgeht, der die Menschen begleitet. So kennen wir den Anfang aus biblischer Sicht. Archaische Kulturen erzählen ganz andere Geschichten davon, wie alles begann: Ein Lachen, das Seen und Flüsse speist, ein Flügelschlag, der die Welt beseelt, Muscheln, aus denen Sonne und Mond aufsteigen oder ein Welt-Elternpaar, aus dessen Umarmung Himmel und Erde entstehen. Voll Anmut und Poesie präsentieren sich die zahlreichen uralten Weltentstehungsmythen. Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Irene Schuck

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Kali ist die indische Göttin des Todes und der Zerstörung und zugleich die verehrte Mutter, Verkörperung göttlich weiblicher Urenergie, gütige Lebensspenderin und Schöpferin. Wie geht das zusammen? Autor: Frank Halbach

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Ein Lachen, das Seen und Flüsse entstehen lässt, ein Flügelschlag, der die Welt beseelt, Muscheln, aus denen Sonne und Mond aufsteigen: Voll Poesie präsentieren sich die alten Weltentstehungsmythen. Autor: Reinhard Schlüter

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Die Suche nach Resonanzerfahrung
Sehen mit dem Herzen, sprechen mit der Seele
Von Friederike Weede

Verlieren wir im Zuge der Digitalisierung unseren zwischenmenschlichen Kontakt? Netzoptimisten verneinen das, soziale Netzwerke und Kurznachrichtendienste seien nur eine zusätzliche Erweiterung unseres Kommunikationsspektrums. Allerdings sehnen sich viele Menschen zunehmend nach direktem, unverfälschtem Austausch mit der Welt und den Mitmenschen, danach, sich selbst als Teil eines größeren Netzwerks wahrzunehmen. Nach Erfahrungen von Intimität, die das Herz unmittelbar ansprechen und die Seele zum Schwingen bringen. „Was Du einem der Geringsten unter meinen Brüdern getan hast, das hast Du mir getan“ – diese goldene Regel im Zentrum nahezu aller Weltreligionen ist Ausdruck der Erfahrung, dass Gottesbegegnung, die Begegnung mit dem Heiligen, immer in der Begegnung mit dem Nächsten stattfindet. Dass der Austausch von Ich und Du, das dialogische Prinzip, unser ganzes Dasein bestimmt, wie es der Philosoph Martin Buber in Anknüpfung an jüdische und christliche Mystik formuliert. Aber kann der Nächste im Zweifelsfall auch ein Mensch am anderen Ende des Landes sein, ein Hund, eine Pflanze, oder sogar eine handvoll Lehm? Im Netz versuchen Fans des Phänomens „Autonomous Sensory Meridian Response“, mit Flüsterbotschaften per Video, ein überiridisches Kopfkribbeln auszulösen. In Wildnisschulen gehen Menschen in der Natur mit Baum und Tier auf Tuchfühlung. Beim spirituellen Töpfern richten sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf das scheinbar leblose Element Erde auf der Suche nach Resonanzerfahrungen.

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Himmlische Geburten
Die vorchristlichen Wurzeln der Weihnachtsgeschichte
Von Friederike Weede

Und der Engel sagte zu Maria: „Fürchte dich nicht. Du wirst ein Kind bekommen, einen Jungen.“ Den Rest erzählt der Evangelist Lukas in der Weihnachtsgeschichte: Der Messias wird geboren von einer Jungfrau zur Erlösung der Menschheit. Allerdings, so einzigartig ist die Weihnachtsgeschichte gar nicht. Die Geburt des göttlichen Erlösers in Gestalt eines Kindes durch eine Jungfrau, im Alten Orient gab es zahlreiche Vorläufer für diese Story. Und auch der Evangelist Lukas griff auf ältere Mythen und Motive zurück, als er dem Engel Gabriel seine Prophezeiung in den Mund legte. Friederike Weede hat recherchiert, was die Jungfrau Maria mit der ägyptischen Göttin Isis zu tun hat oder Jesus mit dem persischen Zarathustra. Und warum es trotzdem, oder gerade darum, Sinn macht, alle Jahre wieder Weihnachten zu feiern.

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Jungfräulichkeit: Ist das Schnee von gestern, nur noch peinlich? Oder doch ein Modell weiblicher Stärke und Selbstbestimmung? Vielleicht von allem etwas. Aber auf alle Fälle mehr als Hymenterror, Frömmelei und Fundamentalismus.

Jungfrau und Jungfräulichkeit, wie klingt das denn bitte? Taufrisch jedenfalls nicht. Eher verstaubt, altmodisch, abgestanden. Auf jeden Fall wie etwas, auf das wir achselzuckend, vielleicht aber auch verstört, verschämt oder ganz einfach nur ratlos reagieren. Möglicherweise machen uns die Reizworte sogar zornig: Weil sie so unerträglich nach Frömmelei und Fundamentalismus, nach unterdrückter Sexualität, nach Männerherrschaft und Frauenopfer, nach Hymenterror und Bettlakenschnüffelei, nach Unbeflecktheitswahn oder gar Ehrenmord und Genitalverstümmelung schmecken.

Ein Thema mit vielen Facetten

Aber lohnt es sich wirklich, mehr als ein beiläufiges Stirnrunzeln in ein Phänomen zu investieren, das so gar nicht mehr in unsere Zeit zu passen scheint? Was ist schon groß dran: Eine Jungfrau ist eine Frau, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatte. Das war es dann, Punkt! Oder doch nicht? Gibt es über die nüchtern-medizinische Feststellung hinaus vielleicht doch Aspekte, die unsere Aufmerksamkeit verdienen, die uns staunen und sehen, die uns mehr begreifen und verstehen lassen? Die gibt es. In Hülle und Fülle!

Selbstbestimmung und Männerherrschaft

Kultur-, religions- und gesellschaftsgeschichtlich betrachtet, ist der „Mythos Jungfrau“ ein hochspannendes Phänomen mit einer überraschenden Bandbreite unterschiedlichster Erscheinungen, Deutungen und Funktionen. Die Jungfrau ist jedenfalls mehr als nur die, die keinen oder noch keinen Mann abgekriegt hat. Im Gegenteil. Sie steht in Vergangenheit und Gegenwart für weibliche Stärke, Widerstandskraft und Unabhängigkeit. Das ist die eine Seite, die strahlende. Die andere Seite ist das Bestreben, die Herrschaft über das Hymen als Herrschaft über den weiblichen Körper zu installieren: Der Jahrtausende währende Versuch, im Lobpreis der Jungfräulichkeit die Sexualität und die Selbstbestimmung der Frau zu kontrollieren und zu unterdrücken. „Jungfräulichkeit“, so fasst es die Kulturwissenschaftlerin Anke Bernau zusammen, „kann vieles bedeuten, aber harmlos oder unschuldig waren und sind diese Bedeutungen nie“.

Von: Simon Demmelhuber / Sendung: Antje Dechert

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Die ersten Schöpfungsmythen bezogen sich nicht etwa auf eine Vatergottheit. Muttergottheiten als Gebärerinnen und Herrinnen des Lebens wurden verehrt. Auch bei den Frühgriechen wurde z.B. Leda, die Schwanenjungfrau, Gegenstand der Anbetung. In den Anfängen des alten Ägyptens herrschte zunächst Mutterrecht in Gestalt der Königinnenmutter Isis.

Aber auch hier kam es später zu einer Hinwendung zu einer eher männlich geprägten Religion. Infolge einer Veränderung der Wirtschaftsform und durch die Arbeitsteilung trat vor etwa 6.000 bis 5.000 Jahren ein allgemeiner Wandel ein: Die Hinwendung zu männlichen Gottheiten und damit auch zum Patriarchat. Das hatte freilich seinen Preis: Waren matriarchalische Gesellschaften vermutlich durchweg friedfertiger im Umgang mit Mensch und Natur, so ist in patriarchalischen Kulturen eine gewisse Aggressivität nicht zu leugnen. Unsere heute weltweit dominierende westliche Lebensform geht sicherlich auf diese Denkmuster zurück.

Von: Christian Feldmann

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Erst Hure, Sünderin, Besessene – dann fromme Büßerin und Heilige? Oder doch die heimliche Geliebte Jesu, Mutter seiner Kinder, Hüterin des Grals? Weder noch! Maria Magdalena ist nichts von alledem. Und doch ist die Suche nach ihr spannender als jeder Krimi.

Die Maria Magdalena der katholischen Tradition, die Sünder- und Büßerheilige der Legende, die reuige Dirne hat es nie gegeben. Sie ist ein Kunstprodukt, ein Mischwesen, zusammengesetzt aus mehreren Marien in den Evangelien, vermengt mit namenlosen Frauen im Umkreis Jesu, überwuchert von allegorischen Deutungen und exegetischer Instrumentalisierung. Diese Klitterung von Tatsachen, Behauptungen und purer Fabelei ist kein Versehen, sondern Kalkül. Eine immer stärker von Männern dominierte Amtskirche wollte nicht wahr haben, was Jesus vorlebte, die Evangelien überliefern und das Urchristentum ganz selbstverständlich verwirklichte: die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Damit die Männer obenauf kommen und bleiben konnten, mussten die Frauen hinunter: in den Sumpf der Sünde, in den charismatischen Exodus, ins Schweigen der Bedeutungslosigkeit. Maria Magdalena, die emblematische Büßerin wurde zur Schlüsselfigur dieses Prozesses. Sie büßt stellvertretend für alle Frauen, stellvertretend für ihr Geschlecht und die Geschlechtlichkeit generell. So ist die männliche Kreation der Kunstfigur Maria Magdalena ein bis heute nachwirkendes Beispiel für den Versuch, sie und mit alle Frauen aus dem Zentrum der Verkündigung an den Rand der Kirche abzudrängen.

Von: Simon Demmelhuber / Sendung: Imogen Rhia Herrad

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Von der Schöpfergottheit zum Dämon: Die Geschichte eines Ursymbols

Angst vor Schlangen? Keine Sorge, das ist normal. Die meisten Menschen fürchten sich vor den unheimlichen Reptilien. Ihre heimtückischen Blitzattacken, ihr lautloses Anschleichen, ihr verborgenes Lauern, ihr starrer Blick und ihr giftiger Biss jagen uns Schauer über den Rücken. Und dieses Gefühl ist nicht anerzogen, sondern durch die Evolution in unseren Gehirnen verankert. Das behaupten zumindest zwei Forscher der amerikanischen University of Virginia. Weil Schlangen eine reale Gefahr für den Menschen sind, haben wir gelernt, sie instinktiv zu meiden.

Die überschätzte Gefahr

Schön und gut. Aber wer von uns ist tatsächlich schon einmal einer Schlange in freier Wildbahn begegnet, wer gebissen worden? Wohl die wenigsten. In unseren Breiten geht von Schlangen keine wirkliche Bedrohung aus, und auch global hält sich das Risiko in Grenzen. Weltweit sterben etwa 100.000 Menschen pro Jahr an Schlangenbissen. Verdorbene Lebensmittel fordern jährlich rund zwei Millionen Menschenleben und etwa 1,5 Millionen Todesfälle gehen auf das Konto unscheinbarer Pilzinfektionen. Fürchten wir uns deshalb vor Lebensmitteln oder Pilzen? Halten wir Pilze für böse, teuflisch und dämonisch? Machen wir Pilze für den Sündenfall verantwortlich? Nein, aber wir fürchten uns vor Schlangen.

Schlangenangst: Ein kultureller Lerneffekt

Um die Fakten geht es dabei offensichtlich nicht. Worum geht es dann? Wahrscheinlich tatsächlich um einen Lerneffekt. Aber dieser Lerneffekt ist weder natürlich und evolutionär, sondern kulturell gegründet. Wir haben gelernt Schlangen zu fürchten, weil wir sie seit zwei Jahrtausenden systematisch dämonisieren: als Verkörperung des Teufels, als Ausgeburt der Hölle, als Boten der Apokalypse. Auf Gemälden, in Büchern, Predigten und Erzählungen haben sie solange ihren Rachen aufgerissen, uns verfolgt, heimgesucht, bedrängt, verschlungen und ins Verderben gerissen, bis unser Unterbewusstsein gar nicht mehr anders konnte, als Abscheu, Ekel, Entsetzen und buchstäblich Todesangst zu empfinden.

Die Vertreibung der Schlange aus dem Paradies

Doch das war und ist nicht immer und nicht überall so. In alten Mythen verkörperten Schlangen göttliche, heilsame und schützende Kräfte. Sie standen zeit- und kulturübergreifend für die guten Aspekte der Schöpfung, für Fruchtbarkeit, ewige Erneuerung, Lebendigkeit, Weisheit. Sie wehrten Unheil ab, repräsentierten das mütterliche Wesen der Erde, gebaren den Kosmos, den Himmel und die Menschheit, waren Träger geheimen Wissens, wurden selbst als Gottheiten verehrt. Die Furcht, die sie bei aller Verehrung stets auch auslösten, keine Angst, sondern Ehrfurcht: ein Gefühl zwischen Faszination und Schrecken, das den Menschen in Gegenwart des Heiligen überfällt.

Tod und Geburt, Leben und Erneuerung: Das Doppelgesicht der Welt

Im Laufe der Zeit haben Schlangen für alles und das Gegenteil herhalten müssen. Sie waren Götter und Dämonen, Schutz und Bedrohung, Heilung und Verderben, sie hüteten den Garten der Hesperiden und verdarben den Garten Eden. Die Schlange war von Anfang an da. Sie war mit uns jung und ist mit uns alt geworden. Sie hat uns auf dem Weg unserer kulturellen Evolution begleitet: als Indikator unseres Natur- und Menschenverständnisses, unserer religiösen Konzepte und ihres Wandels. Der Blick auf die Schlange ist daher immer auch ein Blick auf uns selbst und führt tief hinein in das Wesens des Menschen und das Bild, das wir von der Welt entwerfen.

Von: Simon Demmelhuber / Sendung: Geseko von Lüpke

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Geheimnis der Mythen – Metaphern von Ursprung und Wandel
Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Eva Demmelhuber
Wir kennen sie als Schöpfungserzählungen vom Anfang der Zeit, antike Götter-Legenden, eigenartige Erzählungen mit rätselhaften Bildern voll suggestiver Kraft, die uns emotional tief erfassen: die Mythen der Welt. Zu allen Zeiten entstanden in allen Kulturen der Welt Geschichten über die Geheimnisse des Lebens, die dem Individuum Orientierung und Sinn gaben und seine persönliche Biographie anbinden sollte an die Geschichten von Göttern und Helden, Drachen und Ungeheuern, Weltbildern und Religionen. Mythen sind keine normalen Geschichten, sondern ineinander verschlungene Metaphernströme, die voller Widersprüche sein können, aber immer zeigen, dass Wandel möglich ist. Sie liefern den Menschen Symbole und Modelle für eigene Konflikte, Übergänge und „Drachenkämpfe“. Dabei sind Mythen faszinierend und gefährlich zugleich. Sie sprechen das Unterbewusstsein an, können leicht missbraucht werden und zu politischem und religiösem Extremismus und Fundamentalismus führen. Zugleich kann der Verlust von Mythen in der modernen Welt zu Sinnverlust und Oberflächlichkeit führen. Heute kennen wir Mythen fast nur noch aus dem Kino und der Literatur. Doch wir müssen ihr Geheimnis, ihre Kraft, Schönheit und Gefahr kennen, um nicht zu ihrem Opfer zu werden.

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Mit verändertem Weltverständnis Zukunft neu erzählen
Die Suche nach einer neuen Geschichte des Menschseins
Von Geseko von Lüpke

Die moderne Welt basiert auf einer bis zu 3.000 Jahre alten Schöpfungserzählung, die – vielfach missverstanden – in die menschliche Beherrschung der irdischen Biosphäre mündete und zur Trennung zwischen Natur und Mensch geführt hat. Sie steht für ein von der Naturwissenschaft dominiertes Weltbild, dass unsere Existenz als zufällig, weitgehend sinnlos, vom größeren Ganzen abgetrennt, auf Konkurrenz und Kampf aller gegen alle erklärt. Dieses Weltbild hat eine Realität der Naturzerstörung und sozialen Spaltung geschaffen, welche die Menschheit heute mit der akuten Gefahr der Selbstzerstörung konfrontiert. In dieser Situation entstehen aber weltweit zahlreiche Versuche, die Rolle des Menschen ganz neu zu verstehen und eine „Neue Geschichte“ des Menschen zu formulieren, die als ethische Grundlage für eine Kultur der Zukunftsfähigkeit wirken soll. Daran beteiligt sind Philosophen, Theologen und Geisteswissenschaftler, aber auch Physiker, Biologen und Kosmologen.

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Der Hofnarr – Legende und Wahrheit
Autor: Johannes Munzinger / Regie: Christiane Klenz
Der Hofnarr war nicht zu übersehen. Er trug ein zweifarbiges, eng anliegendes Gewand – häufig gelb und rot; auf dem Kopf die Kappe mit den Eselsohren und den Schellen, die ihn schon von weitem ankündigten. Die Kleidung folgte eindeutigen Standards, denn der Narr war immerhin eine Art Beamter. Wenn auch ein besonderer. Und er trug sogar einen Herrscherstab, wie der König sein Zepter. So beginnt der Hofnarr seine Karriere im hohen Mittelalter – als Gegenbild des Königs. Er soll dem Herrscher dessen eigenes Gegenteil vorführen, ihn mit seiner bloßen Anwesenheit daran erinnern, dass Gut und Böse eng beieinander liegen und dass auch der Mächtige stets Gefahr läuft, selbst zum Narren zu werden. Meist haben diese „natürlichen Narren“ eine geistige oder körperliche Behinderung, durch die sie in der sozialen Ordnung des Mittelalters keinen regulären Platz finden. Erst im späten Mittelalter werden Hofnarren als „künstliche Narren“ gezielt auf ihre Schlagfertigkeit hin im Volk gesucht und manchmal direkt von der Weide wegengagiert. Erst jetzt – schon am Ende seiner Karriere – wird der Hofnarr zu dem frechen satirischen Schelmen, als der er heute bekannt ist.

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Trans*menschen und die Medizin – Forschung und Vorurteil
Autorin: Elsbeth Bräuer / Regie: Rainer Schaller
Trans*menschen galten lange als krank, ohne krank zu sein. Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie schwierig das Verhältnis zur Medizin war. Einerseits unterstützten und beschützten Ärzte ihre Patienten und Patientinnen. Fortschritte in der Forschung – etwa zu Hormonen oder geschlechtsangleichenden Operationen – halfen diesen dabei, die eigene Identität auch nach außen hin zu leben. Andererseits war die Medizin selbst lange Zeit von Vorurteilen und falschen Vorstellungen geprägt. So beschrieben Ärzte Trans*menschen häufig als pervers oder instabil oder setzten sie mit Homosexuellen gleich. Als „Gatekeeper“ des Gesundheitssystems brachten Ärzte Trans*menschen auch unter ihre Kontrolle und in eine Abhängigkeit. Bis heute gibt es immer wieder Diskriminierung im Gesundheitswesen. Doch das Bild hat sich stark gewandelt: Trans* zu sein, das ist mittlerweile bekannt, ist keine Krankheit – sondern eine Identität.

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Der Zölibat – Ehelosigkeit für Gott?

Am Zölibat scheiden sich die Geister. Für die einen ist er ein Geschenk Gottes für die anderen eine Verletzung der Menschenwürde. Doch was ist der Zölibat wirklich, woher kommt er, warum gibt es ihn und wie ist er entstanden? Von Andreas Hauber

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23 Min. | 1.7.2020

VON: Andreas Haube

Erotik und Glauben? – Lust und Liebe in den Weltreligionen

Religion und Erotik? So lustfeindlich sind die Religionen oft gar nicht, schaut man genauer hin. Eine sinnliche Spurensuche nach Lust, Liebe und die oft versteckte Erotik in den verschiedenen Religionen. (BR 2012) Von Christian Feldmann

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Yoga – Denken mit dem Körper Autor: Fabian Mader / Regie: Eva Demmelhuber
Einatmen – ausatmen: Allein in Deutschland sollen inzwischen rund drei Millionen Menschen regelmäßig Yogaübungen absolvieren. Die Branche und das Geschäft florieren – dabei ist Yoga mehr als esoterische Weltflucht. Die Bewegung – und Atemtechnik basiert auf einer rund 5.000 Jahre alten Ethik aus dem alten Indien, gesammelt in den sogenannten Veden. Yoga ist in Bewegung übersetzte Philosophie, ihre Ziele sind Gotteserkenntnis und eine ausgeglichene Seele. Und es gibt Anknüpfungspunkte zur altgriechischen Philosophie, etwa zur Ethik der Stoa, und zu deren Gegenspieler, den Epikureern. Was anderes meinte Epikur, als er den idealen Zustand der Seele als eine spiegelglatte Meeresoberfläche beschrieb? Im Gegensatz zur europäischen Tradition soll dieses Ziel aber niemals in Opposition zum Körper, sondern durch eine Verschmelzung des Körpers mit dem Geist erreicht werden. Was also sind die philosophischen Quellen des Yoga? Und wie ist Denken mit dem Körper möglich?

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Wie Gott uns schuf – Nackt, natürlich, entblößt?

Wer sich wo wann nackt fühlt, ist kulturell bedingt. Nackte Haut kann als Befreiung oder Demütigung verstanden werden. Unser Verhältnis zum nackten Körper hat sich über die Jahrhunderte stark gewandelt. Wo stehen wir heute? Von Silke Wolfrum

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Misogynie – Die Abwertung des Weiblichen

Misogynie hat viele Gesichter – und eine lange Geschichte. Seit der Antike wurde die Frau als unvollkommenes, defizitäres Wesen betrachtet, heute nimmt der Frauenhass gerade starke Frauen ins Visier. Von Beate Meier Frankenfeld

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Makel Mensch
Von Martin Zeyn

Ein Mensch ohne Scham ist ein Problem. Wir alle kennen sie, die feuchten Hände, die geröteten Wangen, die gebrochene Stimme. Gleichzeitig wissen wir von der Scham sehr wenig. Die Ethnologen führen einen erbitterten Streit darüber, ob sie angeboren ist oder doch eine Ausprägung menschlicher Kultur. Aber vielleicht ist genau diese Unklarheit, diese Grauzone die Kraftquelle dieses extremen, oft toxischen Gefühls. Weil wir nicht wissen, wie und wann die Scham zuschlägt, deswegen kann sie uns hinterrücks übermannen. Und was, wenn wir die Scham unter ein Mikroskop legen, wenn wir sie aufs genaueste analysieren? Wird dann alles besser? Oder geraten wir dann nur noch tiefer ins Labyrinth, das die Scham um sich errichtet hat?

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Pina Bausch – Revolutionärin des Tanztheaters
Autorin: Katharina Hübel / Regie: Frank Halbach
Pina Bausch selbst hätte sich vermutlich nicht als Revolutionärin bezeichnet. Vielmehr als Suchende. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2009 suchte sie als Begründerin und Choreographin des Tanztheaters Wuppertal beständig mit ihrem Ensemble nach authentischen, unverbrauchten Bewegungen, neue Formen für choreographierte Emotionen. Um diese zu finden, stellte Pina Bausch ihren Tänzern in intensiver, langwieriger Probenarbeit Fragen. Die Tänzer konnten antworten – mit Worten oder Bewegungen. Damit hob Pina Bausch die Hierarchien auf, die es bis dahin in Tanzkompanien gab, machte ihre Tänzer zu Mitgestaltern. Die Wirkung beim Publikum in den frühen Siebziger Jahren, das klassisches Ballett erwartete: verheerend. Tänzer humpelten hüstelnd über die Bühne – Kunst konnten darin erstmal wenige erkennen. Pina Bausch hatte zunächst im Ausland großen Erfolg, wurde weltweit als Geheimtipp gehandelt. Bis auch in Deutschland Pina Bausch und ihre charismatischen Tänzer zum Publikumsmagnet wurden – und es schließlich schwierig bis unmöglich wurde, überhaupt Karten für eine der Vorstellungen zu ergattern. Pina Bausch erzählte von den Menschen in ihrer Verschiedenheit. Ihr Ensemble war dementsprechend bunt zusammengewürfelt mit kleinen Männern, großen Frauen, Tänzern jeder Hautfarbe, jeden Alters. Und doch verband sie alle eines: die universelle Sprache der Gefühle.

Pina Bausch – Revolutionärin des Tanztheaters
Autorin: Katharina Hübel / Regie: Frank Halbach
Pina Bausch selbst hätte sich vermutlich nicht als Revolutionärin bezeichnet. Vielmehr als Suchende. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2009 suchte sie als Begründerin und Choreographin des Tanztheaters Wuppertal beständig mit ihrem Ensemble nach authentischen, unverbrauchten Bewegungen, neue Formen für choreographierte Emotionen. Um diese zu finden, stellte Pina Bausch ihren Tänzern in intensiver, langwieriger Probenarbeit Fragen. Die Tänzer konnten antworten – mit Worten oder Bewegungen. Damit hob Pina Bausch die Hierarchien auf, die es bis dahin in Tanzkompanien gab, machte ihre Tänzer zu Mitgestaltern. Die Wirkung beim Publikum in den frühen Siebziger Jahren, das klassisches Ballett erwartete: verheerend. Tänzer humpelten hüstelnd über die Bühne – Kunst konnten darin erstmal wenige erkennen. Pina Bausch hatte zunächst im Ausland großen Erfolg, wurde weltweit als Geheimtipp gehandelt. Bis auch in Deutschland Pina Bausch und ihre charismatischen Tänzer zum Publikumsmagnet wurden – und es schließlich schwierig bis unmöglich wurde, überhaupt Karten für eine der Vorstellungen zu ergattern. Pina Bausch erzählte von den Menschen in ihrer Verschiedenheit. Ihr Ensemble war dementsprechend bunt zusammengewürfelt mit kleinen Männern, großen Frauen, Tänzern jeder Hautfarbe, jeden Alters. Und doch verband sie alle eines: die universelle Sprache der Gefühle.

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Ein Artikel von Rotraud Kerner im Heft 1/2020 der Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie e. V.
mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

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Einladung zum Gewahrsein des matriarchalen Hintergrundfeldes

Ein Artikel von Steffi Bednarek im Heft 1/2020 der Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie e. V.
mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

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Wie weit ist das Feld? Gestalttherapie, Kapitalismus und die natürliche Welt

Der Körper ist kein Schicksal mehr, sondern eine Frage des Gestaltungswillens. Fitness als perfektes Werkzeug, um einen optimalen Körper zu erschaffen. Denn es gilt konkurrenzfähig bleiben. Oder den Körper ganz zu überwinden. Selbst im Radio nicht die leichteste Übung.
Von: Stephanie Metzger / Sound: Nile Koetting/Mona Vojacek Koper als Stimme von Ava

Körper als Weiblichkeitsprothese

Am Anfang klingt Shelly ganz sanft, fast zart. Bis die Musik anfängt. Mit dem Beat und den Trainingsanweisungen auf Englisch wird Shelly strenger, aber nicht unfreundlich. Auch dann wollen die Körperbilder, die ihre Stimme im Kopf provozieren, so gar nicht zu dem passen, was Shelly über ihren Körper erzählt. Dass sie schon unzählige Schönheitsoperationen an sich durchgeführt hat. Dass sie injiziert hat, gespritzt, aufgeschnitten, abgesaugt, geshaped, trainiert, enhanced. Weil sie ihren Körper als Design begreift. Und ihn als Weiblichkeitsprothese nutzt. In dieser Gestalt komme sie leichter an Informationen, die ihr helfen, ihren Körper weiterzuentwickeln. Denn das will Shelly, ihren Körper entwickeln, aufrüsten, updaten. Und frisch halten. Da ist sie altmodisch. Körperlosigkeit, z.B. als Software, ist nicht ihre Utopie. Obwohl sie im Radio eigentlich im geeigneten Medium dafür wäre. …

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Das wörtliche Verständnis des Mythos entstellt seinen Sinn.

Joseph Campbell

Der Teufel hat viele Namen – Der Mythos vom Bösen

Was verbirgt sich eigentlich hinter der mythischen Gestalt des Teufels, die erst seit der Aufklärung bei Vielen in Vergessenheit geraten ist? – Eine Auseinandersetzung mit den Erzählungen vom Bösen. Autorin: Christiane Adam

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Eine nackte Frau auf dem Altar, eine schwarze Katze, womöglich ein Ziegenbock. Auf dem Boden ein umgekehrtes Pentagramm, viel Räucherwerk und Alkohol – kurzum, Sex, Drugs und Brimborium. So huldigten die Teufelsanbeter ihrem Gebieter, der ihnen alle Ausschweifungen und Perversionen erlaubte. Die Teufelsjünger und -jüngerinnen mussten ihrem Gebieter in teils demütigenden, teils lustvollen Ritualen die Treue schwören. Völlige Ergebenheit an den starken Führer einerseits, lustvolles Sündigen andrerseits waren die zentralen Anziehungskräfte, und das Muster bewährt sich durchaus bis heute. Der Teufel, auch als Baphomet, Behemot und Belial, Beelzebub und Samiel sowie unter unzähligen weiteren Namen bekannt, wurde vornehmlich als Bock dargestellt (später reduziert auf den Bocks- oder Pferdefuß), so, wie die Gottheiten vieler heidnischer Religionen. Das Christentum konnte die alten Götter nicht verdrängen, also wurden sie als Verkörperung des Bösen in das christliche Weltbild integriert. Teufelskulte, Rituale, Geschichten – und die Psychologie dahinter.

Das Wort ‚Dämon‘ kommt aus dem Griechischen: ‚daimonos‘ bezeichnete ursprünglich eine göttliche Kraft, die meist positiv und schützend auftrat, gelegentlich aber auch strafend und zerstörerisch sein konnte. Im ersten Jahrhundert entwarf der jüdische Philosoph Philo die Vorstellung vom guten und bösen Daimonenpaar, das jeder Mensch in sich trägt. Dieses Bild wurde vom Christentum übernommen; allerdings nannte man die unsichtbaren Geistwesen nun ‚Botschafter‘, griechisch ‚angellos‘: Engel. Der Daimon wurde aber auch zum bösen Geist, der nun noch in der Hölle einen Job fand: als teuflischer Dämon. Im Mittelalter entstand neben der so genannten ‚Angelologie‘, die sich mit den Engeln befasste, die Disziplin der Dämonologie. Sie sollte bis in die Neuzeit fortbestehen: Nicht nur die Hexenverfolger im 17. und 18. Jahrhundert sahen überall Dämonen, sondern auch noch die ersten Naturwissenschaftler, die hinter den rätselhaften Kräften der Physik unsichtbare, boshafte Geister vermuteten. Autorin: Imogen Rhia Herrad / Regie: Irene Schuck

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Im Hinduismus verkörpert Shiva das Prinzip der Zerstörung. Doch dieses Prinzip bedeutet zugleich Wandlung, Schöpfung, Neubeginn. Er gilt als der Gott der Götter, als der Urgrund allen Seins. Autor: Frank Halbach

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Ohne Atem kann der Mensch nicht leben. Atmen ist der elementarste Akt des Lebens. Gesteuert wird er – gleichsam automatisch – vom vegetativen Nervensystem. In allen Kulturen und Religionen wird der Atem aber auch mit der Seele verglichen. Von Lisa Laurenz

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Der moderne Mensch hat sich von seiner Mitwelt fast völlig abgenabelt. Er sieht sich als getrennt von der Natur, die er beherrschen will. Alte Kulturen haben sich mit der Welt verbunden gefühlt und diese Verbundenheit durch zahlreiche kulturelle und religiöse Werkzeuge immer wieder erneuert. Eine davon war das Konzept des „Totems“. Dabei handelt es sich um etwas anderes als die bei Karl May beschriebenen Totempfähle, die angeblich der Marter dienten. Totems sind vielmehr der Ausdruck einer engen Verwandtschaftsbeziehung eines Clans oder eines Individuums zur Tierwelt. Die Regeln, die mit dieser Verwandtschaft zu einem tierischen Urahnen verknüpft waren, hatten sowohl ökologisch-nachhaltige, wie spirituelle und soziale Funktionen und halfen den traditionellen Gesellschaften, sich unter schwierigen Bedingungen zu erhalten. Totems können auch Gegenstände, in Wüstengegenden auch Wasserquellen sein. Der Glaube an Totems, die das Leben des Einzelnen oder der sozialen Gruppe beeinflussen können, basiert auf der animistischen Weltsicht der Jäger- und Sammlerkulturen und kommt auf der ganzen Welt in unterschiedlichen Ausprägungen vor. Und auch in unserer Kultur gibt es Reste dieser alten religiösen Riten und Symbole – zum Bespiel in Form der Tiere, die das Wappen vieler Städte enthalten. Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Axel Wostry

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Über die ganze menschliche Kulturgeschichte stand die Wildnis im Gegensatz zu Kultur und Zivilisation: Kultur war dort, wo die Wildnis überwunden war. Das Wilde galt als chaotisch, gefährlich, bedrohlich. Aufgabe des Menschen war es, die wilde und unvollkommene Natur zu verbessern und zu perfektionieren. Seit deutlich wurde, dass sich der Mensch mit der Aufgabe, die Schöpfung untertan zu machen, heillos überfordert hat, hat sich auch der Wildnisbegriff grundlegend verändert. „Wildnis“ hat wieder Hochkonjunktur. Abenteurer und Überlebenskünstler gelten als moderne Helden; die Tourismusindustrie lockt erfolgreich in die „letzten Paradiese“, die Erlebnispädagogik preist den Wert der Wildnis für schulisches Lernen, soziale Therapien und Managementkurse nutzen die Wildnis für Persönlichkeitsentwicklung. Naturschützer und Landschaftspfleger erheben die Wildnis zum Kulturgut. Statt den Menschen als einzigen Erschaffer und Bewahrer des „Guten, Reinen, Schönen“ zu sehen und die Wildnis mit Chaos, Unordnung, Schrecken und Gewalt zu assoziieren, wird die Wildnis heute eher als ursprünglich, harmonisch, nachhaltig empfunden. Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Irene Schuck

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Der Weltenbaum: Zentrum der Welt und Mittelpunkt der Schöpfung. Seine Wurzeln reichen tief hinab, seine Äste hoch hinauf, er verbindet Himmel, Erde und Unterwelt. Er steht als vollkommendes Symbol für das Leben. Die Germanen kannten die Weltenesche Yggdrasil, die Ägypter den Isched-Baum, die Perser den Simurgh-Baum, die Mutter aller Bäume, die Griechen den Baum der Hesperiden. Islamische, jüdische wie christliche Überlieferungen beschreiben das Urbild vom Paradiesgarten mit dem Lebensbaum im Zentrum. Die Geschichte des ersten Menschenpaars und des Baums der Erkenntnis rückt hier in ein Licht von Sünde und Schuld. Tatsächlich aber scheinen, wie etwa bei den Ureinwohnern Hawaiis, der Lebensbaum und der Baum der Erkenntnis ursprünglich eins gewesen zu sein. Da der Weltenbaum alles ist, bringt er auch Wissen. Daher fand die Ausbildung der Druiden im Wald statt, daher brachte Odin die Runen von der Weltenesche mit, daher suchte Buddha den Baum der Erleuchtung. Ein näherer Blick auf den Weltenbaum offenbart ein erstaunlich einheitliches, internationales und religionsübergreifendes Bild. Autor und Regie: Frank Halbach

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Bereits in vorchristlicher Zeit galten Bäume als Orte, an denen sich das Göttliche offenbarte. Diese Überzeugung wurde aber – als das Christentum sich auszubreiten begann – als heidnisch verfolgt, ungeachtet zahlreicher biblischer Bezüge, die den Baum ebenfalls hervorheben. Andreas Pehl untersucht den Zusammenhang zwischen heidnischer Baumverehrung, christlichen Mythen und Heiligengeschichten, die bis heute erzählt werden.

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Der letzte Dreck? Von der Erde, von der wir leben.

Ohne fruchtbare Böden ist ein Leben auf der Erde nicht denkbar. Dennoch müllen wir den Boden unter unseren Füßen zu, versiegeln, betonieren, asphaltieren oder besprühen ihn mit Giften und Gülle, die sich wie ein Pesthauch übers Land legt. Böden, der letzte Dreck! Der Klimawandel tut das seinige: weltweit sind durch Erosion rund 1,2 Milliarden Hektar wertvollstes Ackerland in den letzten 60 Jahren verlorengegangen, eine Fläche so groß wie China und Indien zusammengenommen. Böden sind Vielkönner, wenn man sie pflegt; sie können buchstäblich Unglaubliches aushalten, solange der Grundansatz ökologische Vielfalt statt Monokultur heißt. In der Politik taucht das Thema Boden bislang nur bei landwirtschaftlichen Krisen auf; die UN hatten daher 2015 zum Jahr des Bodens ausgerufen, um auf die katastrophalen Folgen von Ausbeutung und Übernutzung hinzuweisen, und die Kostbarkeit des Erdbodens ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Erde ist aller Menschen Heimat, die uns (er)trägt und nährt und vielen indigenen Kulturen damals wie heute als heilig gilt. Von Peter Erlenwein

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Räuchern erfreut sich neuer Beliebtheit, in allen möglichen Zusammenhängen – und längst auch außerhalb der katholischen Kirche. Menschen räuchern ihre Häuser aus, testen die energetische Wirkung und verbinden damit eigene Rituale. Friederike Weede über das Räuchern als religiöse Erfahrung. VON: Weede, Friederike

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Die Klimakrise bedroht uns alle, könnte weltweit Welternährungsschwierigkeiten und Migrationswellen auslösen und zwar in so gigantischem Ausmaß, dass viele lieber gleich den Kopf in den Sand stecken, als nach politischen oder umweltethischen Wegen aus der Krise zu suchen. Dabei liegen die Instrumente zur Bewältigung des Klimawandels längst vor uns ausgebreitet, in den Weisheits- und Spiritualitätstraditionen verschiedener Religionen und Kulturen auf allen Kontinenten. „Für die Zukunft der Welt – Spirituelle Antworten auf den Klimawandel“, ein Feature von Geseko von Lüpke.

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Mary Shelleys Roman über Dr. Frankenstein, der einen künstlichen Menschen erschafft, feiert seinen 200ten Geburtstag und wirkt aktueller denn je: So will etwa die Bewegung des Transhumanismus die Grenze zwischen künstlicher und natürlicher Intelligenz auflösen und einen komplett Hightech-optimierten Menschen schaffen. Ist das menschlicher Schöpferdrang oder Hybris? In ihrem Feature: „Frankensteins Freunde“ zeigt Friederike Weede, welche historischen und literarischen Vorläufer die modernen Frankensteins haben und ob der Drang, menschliche Intelligenz zu kreieren, bereits unumkehrbar ist. Von Friedericke Weede

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Wer im Urlaub unterwegs ist, hat mehr Sinn für den Sinn als sonst. Der Blick wird anders. Das Kleine wird bedeutsam. Mittlerweile gibt es Angebote der Kirchen für Touristen, die auf das Bedürfnis nach Stille und Tiefe reagieren. Matthias Morgenroth ist im Bayerischen Wald unterwegs und fragt zugleich: Wie kann das, was im Urlaub das Leben so lebenswert macht, auch in den Alltag integriert werden? Er wird fündig unter dem Stichwort Mystik to go. Von Mathias Morgenroth

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Wie Mediziner das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist neu entdecken: Das Bewusstsein wächst: Heilung ist bei vielen Diagnosen erst dann in Sicht, wenn Körper, Seele und Geist als Einheit begriffen werden. Und wenn mit einer Heilkraft gerechnet wird, die über die Medizin und die ärztliche Heilkunst hinausgeht. Denn jede psychische und körperliche Krise kann zugleich als spirituelle Krise wahrgenommen werden. So suchen viele neue und selbstbewusste Wege für ihre Gesundheit und ihr Seelenheil zugleich. Wege, die wieder zusammenbringen, was bei uns normalerweise getrennt behandelt wird, Heil und Heilung, Körper und Seele. Seit mehr als 35 Jahren treffen sich in Heiligkreuztal Menschen aus Heilberufen und aus Theologie und Seelsorge, um sich auszutauschen und wieder zusammenzubringen, was zusammengehört. Krankheit ist dann nicht nur ein Störfaktor in einer Körpermaschine, sondern ein Wegweiser für ganzheitliche Wachstum. Und Erfahrungen mit geistigem Heilen werden genauso ernstgenommen wie psychosomatische Zusammenhänge. Von Mathias Morgenroth

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Vier Generationen nach Ende des zweiten Weltkriegs wird die Rhetorik wieder härter – von dem Ruf „Nie wieder Krieg“ keine Spur mehr. Warum bekommen wir den Krieg nicht aus unserem Denken und Fühlen? Fallen die Menschen auf Urbilder der Seele herein, auf uralte Mythologien, dunkle Götter des Krieges? Geseko von Lüpke geht der Frage nach.

(Dieser Bericht endet, wo wir anfangen: bei der eigentlichen Entschleierung und lebendigen Erfahrung der dunklen Seite des Mythos, als DIE lebensspendende – und erneuerende Kraft in uns. Anm.O.R.)

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Der Ansatz des „Sacred Activism“ erobert die Welt. Die westliche Zivilisation befindet sich am Wendepunkt. Es geht darum, eine Kultur der Naturzerstörung und des ewigen Wirtschaftswachstums zu beenden, die in eine globale Mega-Krise zu führen droht. Und es gilt, eine nachhaltige, lebensfördernde Kultur zu erbauen, die zukunftsfähig ist. Je mehr die existentiellen Grundlagen des planetaren Lebenssystems gefährdet sind – die Reinheit des Wassers, das Leben in den Meeren, die Klarheit der Luft, das Gleichgewicht des Klimas, der Schutz der Böden vor Erosion und Verwüstung – desto mehr geht es im globalen zivilgesellschaftlichen Widerstand tatsächlich um die existentiellen Grundlagen des Lebens selbst. Immer öfter berufen sich Aktivisten gegen die Zerstörung von Natur und Lebensqualität deshalb darauf, für die „Heiligkeit des Lebens“ zu kämpfen. Politisch-ökologischer Widerstand bekommt damit eine spirituelle Komponente, die auch die Form des Protestes verändert. Die Sendung berichtet von Initiativen in Palästina, den USA, Brasilien, Portugal und Deutschland. Von Geseko von Lüpke

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Jahrhunderte von Kriegen und Unterdrückung kennzeichnen die Geschichte, Zeitalter von Gewalt gegen Frauen, gegen Minderheiten, gegen Arme. Ein Jahrhundert der Völkermorde liegt hinter uns, systematische Ausrottungspolitik wird bis heute praktiziert. „If we don’ t heal, we continue to kill“, sagt der kolumbianische Theaterpädagoge und Therapeut Hector Aristozabal. Er ist einer derjenigen, die sich von Erfahrungen der Gewalt nicht haben einschüchtern lassen, sondern die eigene Traumatisierung so verarbeitet haben, dass sie heute als Aktivisten für eine friedvolle Zukunft mit anderen Traumatisierten arbeiten. Die Sendung portraitiert solche „verwundeten Heiler“ aus Deutschland, Kolumbien, Südafrika, Japan und dem Nahen Osten. Von Geseko von Lüpke

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Unternehmen bemessen die Zeit in Jahresbilanzen, Politiker allenfalls in Legislaturperioden. Je schneller das Leben wird, desto kürzer werden die Zeit-Räume, denen wir uns bewusst sind. Der moderne Mensch lebt in einem Zeit-Käfig, abgetrennt von den Wurzeln der Vergangenheit und weitgehend blind für die Tiefen der Zukunft, die sich nach ihm entfalten wird. Wir verstehen uns als die Spitze der Evolution und handeln, als ständen wir am Ende der Zukunft. Dabei währt ein Menschenleben – gemessen an der Evolution des Kosmos – nur für den Bruchteil eines Augenblicks. Was passiert mit einer Zivilisation, die keine Beziehung mehr hat zu den Tiefen der Zeit? Warum zerstört die postmoderne Kultur die Zukunft? Wie können wir uns wieder rückverbinden mit der Vergangenheit, aus der wir kommen und Kontakt aufnehmen mit der Zukunft, die in uns angelegt ist? Die Sendung geht diesen Fragen nach, weitet die Räume unseres Zeitgefühls und berichtet über Ansätze und Initiativen, die Tiefen der Zeit zum Fundament unseres Handelns in der Gegenwart zu machen. Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Sabine Kienhöfer

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Dauerhaft friedfertige Wesen – tanzende Menschen.
Tanzen ist etwas universal Menschliches. Es schafft Identität und Verbindung und kann als eine der ersten Kommunikationsformen bezeichnet werden. Von Birgit Magiera

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Trance: Bloße Halluzination oder die Möglichkeit, einen Blick hinter die Oberfläche der vertrauten Erscheinung unsrer Welt zu werfen? Ist die Welt, die wir kennen nur ein winziges Fragment der Wirklichkeit? Von Frank Halbach

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Das Paradies, den Himmel, Gott zu schauen – seit Jahrtausenden sind wir Menschen von diesem Wunsch erfüllt. Und wir versuchen, das Unsagbare in Worte zu fassen. Nicht nur die Theologen sind daran beteiligt, sondern auch viele Dichter und Literaten.
Von Lorenz Wachinger

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Der Begriff „Nirwana“ ist schillernd. In der westlichen Welt verbindet man mit ihm allerlei exotische Vorstellungen und ebenso viele Missverständnisse. Übersetzungen wie „absolute Leere“ oder „höchste Vollkommenheit“ sind wenig hilfreich. Denn in der fernöstlichen Spiritualität lässt sich die Erfahrung des Nirwana nicht in Worte fassen. Vorstellungen vom Nirwana und vom Paradies, das Christen erwarten, zeigen interessante Berührungspunkte. Ein Beitrag von Corinna Mühlstedt. Autorin: Corinna Mühlstedt

Veröffentlicht am 13.01.19 um 10:30 Uhr
Quelle: © HR2
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„Der Regenbogen als Metapher von Transzendenz und Vielfalt“

Der Regenbogen ist ein Symbol für unendlich vieles – den Bund Gottes mit den Menschen, die Brücke zwischen Himmel und Erde, zwischen Leben und Tod, er steht für Epiphanien und Transzendenz, für Frieden auf Erden und ethnische Vielfalt, nicht zuletzt für freie sexuelle Orientierung. In anderen Kulturen beschützen Regenbogen-Schlangen gefährliche Schätze der Erde wie Uran, stehen für das unerwartete Auftauchen tödlicher Gefahren, symbolisieren schamanische Himmelstreppen oder buddhistische Stufen der Erleuchtung. Aber vor allem ist der Regenbogen zu allen Zeiten und fast überall ein Zeichen der Hoffnung dafür, dass es nach Krise, dunklen Wolken, Unwetter, Blitz und Donner wieder in Balance weitergeht, die Zuversicht, dass ein einbrechendes Ungleichgewicht überwunden wird. Es scheint, als würde der bunte Halbkreis am Himmel in uns bis heute die Seele berühren und Staunen, eine Freude und Leichtigkeit auslösen. Bevor der Sommer mit seinen Gewittern auch den Regenbogen wieder in unser Leben zaubert, gehen die Evangelischen Perspektiven diesem Himmelszeichen auf die Spur. Von Geseko von Lüpke

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Die Heldenreise – Typologie einer Erzählung

Von: Simon Demmelhuber / Sendung: Klaus Uhrig
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Die größte Geschichte aller Zeiten

Am Gefuchtel mit Laserschwertern, Piratensäbeln und Zauberstäben alleine kann es nicht liegen. Ferne Galaxien, exotische Schauplätze, phantastische Kulissen oder seltsame Kreaturen erklären nur einen Teil der Faszination. Die eigentliche Antwort liegt tiefer, tief drin in uns selbst: All diese Geschichten, egal ob geschrieben oder gefilmt, spinnen hinter tausend Storys, Masken und Kostümen letztlich nur eine einzige Geschichte fort. Sie alle entfalten nur ein einziges Abenteuer, das uns immer wieder neu erzählt, was es heißt, ein Mensch zu sein und was das Menschwerden ausmacht.

Das Rad der Wandlungen

Dabei folgen sie einem archaischen Erzählmuster, das der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell aus unzähligen Sagen, Märchen, Mythen und Epen als Prinzip der Heldenreise herausdestilliert hat. Jede Kultur, jede Religion und jede Epoche kennt dieses monomythische Urmodell des Erzählens. Die Heldenreise handelt von einer Fahrt, die jeder Mensch unternimmt: Sie erzählt in der symbolischen Bildersprache des Traums und Unbewussten von der Suche nach dem Selbst, von bitteren Abschieden aus vertrauten Bindungen und Gewohnheiten, vom Wachsen und Reifen der Person. Sie erzählt von der Notwendigkeit, in einer Welt voller Ängste, Ungewissheiten, Gefahren, Schmerzen, Leid und Not durch viele Wandlungen hindurch erwachsen zu werden und auf eigenen Beinen zu stehen.

Helden wie wir

Grundgerüst und Stammpersonal dieses universalen, überall und allzeit gültigen Erzählmodells stehen unverrückbar fest. Sein Ablauf, seine Etappen und Gestalten spiegeln allgemein menschliche Erfahrungsinhalte, die der Schweizer Seelenforscher Carl Gustav Jung als Archetypen bezeichnete. Damit sind der Seele eingeprägte Urerlebnisse gemeint, die alle Menschen in gleicher oder sehr ähnlicher Weise erfahren. Wir müssen diese Geschichten nicht mit dem Verstand begreifen. Ihre Botschaft erschließt sich intuitiv, weil wir in den archetypischen Ereignissen, Protagonisten, Bildern und Symbolen unsere eigenen seelischen Prozesse, Kräfte und Bewegungen wiedererkennen. Dieses Wiedererkennen geschieht in den Tiefenschichten des Unbewussten. Dort ist uns auch ohne rationale Analyse klar, was ein Drachen, eine Hexe oder ein Schwert bedeutet. Wir wissen, was uns Prinzessinnen, Zauberer, Goldschätze oder Brunnen sagen wollen. Auf der Handlungsoberfläche erzählen Heldenreisegeschichten von so verschiedenen Heroen wie Harry Potter, Parzival, Luke Skywalker, Jack Sparrow, Odysseus oder Frodo Beutlin. In ihrer archetypischen Tiefenstruktur aber werden stets nur wir erzählt: Unsere innersten Kämpfe und Nöte, unsere Fegefeuer, Niederlagen und Siege, das ganze Drama der Individuation, der Entfaltung oder Verhinderung unserer Fähigkeiten, Anlagen und Möglichkeiten.

Das Abenteuer ruft

Die Struktur der Heldenreise ist kreisförmig. Sie beginnt stets mit einer Bestandsaufnahme, genauer gesagt mit einem Mängelbericht: Ein unerfahrener, unwissender weiblicher oder männlicher Niemand lebt ein unbedeutendes Leben in einer gewohnt-gewöhnlichen Welt. Plötzlich stellt der Ruf des Abenteuers dieses vertraute, aber auch ereignis- und perspektivlose Umfeld in Frage: Eine Begegnung oder ein Ereignis macht dem künftigen Helden klar, dass er ins Unbekannte, Weglose, Unkalkulierbare aufbrechen und eine ihm bestimmte Aufgabe erledigen muss. Aber der Held zaudert. Er misstraut dem Herold des Abenteuers, ist innerlich noch nicht bereit für das große Wagnis. Außerdem treten Schwellenhüter auf, die ihn zum Bleiben überreden wollen. All diese Kräfte des Beharrens jagen ihm Angst ein, nähren seine Selbstzweifel oder verstellen ihm schlicht den Weg.

Aufbruch ins Unbekannte

Nach anfänglichem Zögern schlägt der Held alle Bedenken, Warnungen und Drohungen in den Wind. Erst ahnt und weiß schließlich auch, dass er seiner Bestimmung folgen oder verkommen muss. Ermutigt vom Zuraten eines weisen Mentors wagt er den Aufbruch in die Welt des Abenteuers, in Ungebahnte, Dunkle und Bedrohliche. Sobald er die Schwelle überschritten hat, gibt es kein Zurück mehr. Jetzt beginnt eine Zeit des Lernens und der Prüfungen. Zum Glück ist der Niemand nicht lange alleine, er findet Freunde und Gefährten, die ihn auf seinem Weg begleiten.

Feindkunde und Heroen-Coaching

In der Lernphase steht der Mentor dem künftigen Helden mit Rat und Tat, mit Wissen und Werkzeug zur Seite. Der erfahrene Lehrer trainiert, prüft und unterweist den einstigen Niemand, der nun Schritt für Schritt seine anfängliche Unerfahrenheit ablegt und allmählich zum Heroen heranreift. Vor allem aber schält sich immer deutlicher heraus, worin die spezielle Aufgabe und damit der Sinn seiner Reise besteht: Der Held lernt seinen gefährlichsten Widersacher, Gegner und Erzfeind kennen.

Blut, Schweiß und Tränen

Harte, manchmal sogar ausgesprochen brutale und schmerzhafte Lektionen bereiten den Helden auf seine eigentliche Arbeit vor: Er muss alleine, ohne Freunde und ohne Mentor, nur auf sich selbst gestellt den Kampf mit seinem gefährlichsten Gegner wagen. Dazu dringt er in das innerste Machtzentrum, in die tiefste Höhle des Feindes vor. Hier, im Herzen der Finsternis, meistert er die entscheidende Herausforderung: Er wird zum Helden, der nicht nur seinen Gegner, sondern auch sein altes, zaghaftes Ich überwindet und als neuer, stärkerer, weiserer Mensch aus einer lebensbedrohlichen Prüfung hervorgeht.

Triumphe und Trophäen

Für seinen Sieg empfängt der Held eine Belohnung, die seine Wandlung vom lausigen Niemand zum strahlenden Sieger dokumentiert. Die Prämie symbolisiert den errungenen Heroen-Status und kann alles sein: Ein Schwert, ein magischer Gegenstand, aber auch ein Attribut der Weisheit und des Erkennens. Mit diesem materiellen oder ideellen Beleg seines neu gewonnenen Heldentums macht sich der Protagonist auf den Heimweg. Er will nach Hause, zurück in die Welt, aus der er aufgebrochen ist. Die Heimkehr ist unverzichtbar. Sie schließt den Kreis, macht die Geschichte buchstäblich rund. Denn erst zuhause wird sich zeigen, ob der Sieg über den Feind mehr als nur ein Zufallstreffer war. Erst wenn er das in einer Ausnahmesituation erlangte Wissen, Können und Verstehen in den Alltag integrieren kann, ist aus dem Sieger ein wirklicher, echter Held geworden.

Die Probe aufs Exempel

Der Rückweg ist allerdings kein glamouröser Durchmarsch, sondern eine letzte aufgipfelnde Heldenprobe. Denn der Feind ist zwar besiegt, aber noch nicht wirklich tot. Er hat sich hochgerappelt und holt zum vernichtenden Gegenschlag aus. In einem erbitterten Endkampf mobilisieren beide Seiten ihre gesamten Kraftreserven. Der finale Showdown bringt den Helden ein letztes Mal in äußerste Todesgefahr und Todesnähe, aus der er strahlender denn je hervorgeht. Nun sind ein für alle Mal alle Reste und Schlacken des früheren Lebens verbrannt, die Gefahr eines Rückfalls in überwundene, alte Persönlichkeitsaspekte ist dauerhaft gebannt.

Der Kreis schließt sich

Zum Zeichen seines endgültigen Sieges und seiner unwiderruflichen Verwandlung empfängt der Held eine ultimative Trophäe. Campbell nennt sie das „Elixier“ und meint damit den Inbegriff all dessen, was den Helden vor den Augen der ganzen Welt als denjenigen ausweist, der er durch sein Abenteuer geworden ist: Ein Herrscher, ein Weiser, ein Kämpfer, ein Wissender oder kurz gesagt der Held und Meister seines eigenen Lebens. Dieser Ertrag des Abenteuers, das Elixier, fließt zurück eine Gemeinschaft, die von den Erfahrungen des Einzelnen neu belebt wird.

Anwendungsfall Hollywood

Dass Joseph Campbells Modell nicht nur im archaischen Mythos, sondern auch im modernen Hollywood aufgeht, beweist nicht zuletzt die „Star Wars“-Saga. Ihr Schöpfer Georg Lucas bekennt freimütig, dass er sich beim Drehbuchschreiben gezielt an der von Campbell sichtbar gemachten, universal gültigen Erzählstruktur der Heldenreise orientierte. Wie der amerikanische Drehbuchexperte Christopher Vogler zeigen konnte, ist dieser Rückgriff auf archetypische Handlungsmodelle und Gestalten absolut kein Einzelfall, sondern eine goldene Regel, die jeder Filmautor kennen sollte: Denn alle großen Hollywooderfolge, ganz egal, ob sie im Weltraum oder im Dschungel, in der Gegenwart, in einer fernen Vergangenheit oder Zukunft spielen, basieren bewusst oder unbewusst auf dem mythologischen Grundmuster der Ausfahrt, Prüfung, Belohnung und geläuterten Heimkehr des Helden.

Die Odyssee des Drehbuchschreibers

Dabei kommt es nicht auf die zeitlichen oder räumlichen Umstände einer Geschichte, auf ihre Machart oder Gattung an. Die Heldenreise funktioniert in jeder Kulisse und jeder Epoche. Was zählt, ist allein die zyklische Struktur des Handlungsablaufs mit ihren Entwicklungsstufen und krisenhaften Wendepunkten. Der von Vogler in zwölf Stationen gegliederte Erzählbogen muss nicht immer idealtypisch umgesetzt werden, aber er muss erkennbar, besser gesagt für das Unbewusste wiedererkennbar bleiben. Einzelne Etappen können miteinander verschmelzen, breit ausgewalzt oder nur knapp skizziert sein, das archetypische Personal kann unterschiedlichste Formen annehmen und in verschiedenste Gestalten oder Kostüme schlüpfen. Den Ausschlag gibt alleine die Dramaturgie des Reiseablaufs: Der Bogen muss sich vom Aufbruch über zahlreiche Anfechtungen, Prüfungen und Bewährungen bis hin zum Sieg und zur Rückkehr spannen, sonst stimmt die innere archetypische Logik nicht mehr.

Der unerschrockene Blick

Diese innere Logik der Heldenreise begründet auch ihre innere Wahrhaftigkeit. Heldenreisegeschichten können noch so fabel- oder märchenhaft eingekleidet sein, aber sie lügen nicht, beschönigen nichts, verschweigen nichts und machen uns nichts vor. Im Gegenteil: Sie muten uns die ungeschminkte Wahrheit zu. Sie sagen, dass es keinen Aufbruch ohne Abschiede gibt, und dass manche Abschiede für immer sind. Sie sagen, dass das Böse allgegenwärtig und mächtig ist, dass es auftrumpfen, vorübergehend siegen und uns auch verschlingen kann. Sie sagen, dass es auf der Lebensreise nicht ohne Leiden und Schmerzen, nicht ohne blaue Flecken, gebrochene Knochen und gebrochene Herzen abgeht, dass manche Wunde nie mehr heilt und mancher Schaden nicht ungeschehen zu machen ist.

Möge die Macht mit dir sein!

Aber die Heldenreise erzählt auch, dass wir zum Wachstum und zum Reifen berufen sind, dass wir Bedrohungen und Gefahren durchstehen und bewältigen können: Ja, es gibt bittere Stunden, es gibt Verzagtheit, Kleinmut und Niedergeschlagenheit. Ja, es gibt Abschiede, Niederlagen, Rückschläge, Verlust und Vernichtung. Ja, es gibt Verrat und Niedertracht und den Triumph des Bösen. Aber es gibt auch Liebe und Freundschaft, Treue und Tapferkeit, Wahrheit und Vertrauen, Mut und Belohnung. Es gibt eine reelle Chance, das Leben zu meistern und der Held des eigenen Daseins zu werden! Das ist die Botschaft. Das ist die Macht der Mythen und Geschichten, der Träume und Hoffnungen, der Zuversicht und des Selbstvertrauens. Das ist die wahre Macht der Heldenreise, möge sie mit Luke und mit uns allen sein!
Simon Demmelhuber

Ein Lachen, das Seen und Flüsse entstehen lässt, ein Flügelschlag, der die Welt beseelt, Muscheln, aus denen Sonne und Mond aufsteigen: Voll Poesie präsentieren sich die alten Weltentstehungsmythen. Autor: Reinhard Schlüter

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Intelligent Design
Wie steht es um den Schöpferglauben? Vor 160 Jahren, im November 1859, veröffentlichte der britische Theologe und Naturforscher Charles Darwin sein epochales Werk „Von der Entstehung der Arten“. Darin legte er nicht nur ein schlüssiges Konzept für die Entwicklung des Lebens dar. Er brachte damit auch das Weltbild seiner Zeit ins Wanken. Dass Menschen mit Affen gemeinsame Vorfahren haben sollen, lehnen bis heute viele Christen ab. Vor allem Angehörige der evangelikal geprägten Freikirchen bestreiten die These vom Menschen als Zufallsprodukt. Sie propagieren die Idee von Gott als intelligentem Designer, der mikroevolutionäre Prozesse quasi zielgerichtet angestoßen habe. Immer wieder wird innerhalb der Kirchen kontrovers über Kreationismus und „Intelligent Design“ gestritten. Aber welchen Einfluss hat der Schöpferglaube heute noch in der Diskussion um das Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaften? Die Evangelischen Perspektiven fragen Wissenschaftler und Theologen, wie sie es mit der Kontroverse um Religion und Evolution halten. Von Antje Dechert

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Die Suche nach Resonanzerfahrung
Sehen mit dem Herzen, sprechen mit der Seele
Von Friederike Weede

Verlieren wir im Zuge der Digitalisierung unseren zwischenmenschlichen Kontakt? Netzoptimisten verneinen das, soziale Netzwerke und Kurznachrichtendienste seien nur eine zusätzliche Erweiterung unseres Kommunikationsspektrums. Allerdings sehnen sich viele Menschen zunehmend nach direktem, unverfälschtem Austausch mit der Welt und den Mitmenschen, danach, sich selbst als Teil eines größeren Netzwerks wahrzunehmen. Nach Erfahrungen von Intimität, die das Herz unmittelbar ansprechen und die Seele zum Schwingen bringen. „Was Du einem der Geringsten unter meinen Brüdern getan hast, das hast Du mir getan“ – diese goldene Regel im Zentrum nahezu aller Weltreligionen ist Ausdruck der Erfahrung, dass Gottesbegegnung, die Begegnung mit dem Heiligen, immer in der Begegnung mit dem Nächsten stattfindet. Dass der Austausch von Ich und Du, das dialogische Prinzip, unser ganzes Dasein bestimmt, wie es der Philosoph Martin Buber in Anknüpfung an jüdische und christliche Mystik formuliert. Aber kann der Nächste im Zweifelsfall auch ein Mensch am anderen Ende des Landes sein, ein Hund, eine Pflanze, oder sogar eine handvoll Lehm? Im Netz versuchen Fans des Phänomens „Autonomous Sensory Meridian Response“, mit Flüsterbotschaften per Video, ein überiridisches Kopfkribbeln auszulösen. In Wildnisschulen gehen Menschen in der Natur mit Baum und Tier auf Tuchfühlung. Beim spirituellen Töpfern richten sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf das scheinbar leblose Element Erde auf der Suche nach Resonanzerfahrungen.

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Mit Gott im Grünen
Zu Fuß unterwegs in der afrikanischen Wildnis
Von Geseko von Lüpke

Die Wildhüter im südafrikanischen „Umfolozi-Naturpark“, nahe dem benachbarten Mosambik, bieten ihren Besuchern eine besondere Erfahrung. Wer den Mut mitbringt, geht mit den erfahrenen Zulus vier Tage und vier Nächte zu Fuß und ohne Zelt durch das Wildreservat, das ungefähr die Größe des Saarlandes hat. Der sogenannte „Primitive Trail“ führt durch Savannen und Urwälder, durch Flüsse, über Bergrücken in eine wilde Landschaft, die von Löwen, Elefanten, Nashörnern, afrikanischen Büffeln, Giraffen, Giftschlangen, Alligatoren und so manchem mehr bevölkert ist, was der europäische Besucher sonst nur hinter der Glasscheibe im städtischen Zoo zu Gesicht bekommt. Da ist nicht nur Nervenkitzel garantiert, sondern auch eine tiefe archetypische Erfahrung von Wildnis. Der Zivilisationsmensch schaltet ein paar Gänge zurück: Die Achtsamkeit verändert sich, das Verhalten, die Kommunikation, die Struktur der Gemeinschaft, Rituale entstehen wie von alleine. Der „Geist der Wildnis“ wird erfahrbar, das anthropozentrische Überlegenheitsgefühl schrumpft sich gesund. Der Mensch gibt die Krone der Schöpfung ab und erlebt sich als ein Faden im Netz des Lebens. Und er begegnet in der Natur einer größeren „heiligen“ Ordnung und einer „grünen Spiritualität“.

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Ich zitiere diesen Podcast und seine Beschreibung im Zusammenhang mit meiner künstlerischen Arbeit zum Thema „Der neue Mensch“.

An Pfingsten feiert man den Heiligen Geist. Der Begriff hat viele Facetten, beschreibt aber stets eine Verbindung zwischen dem Menschlichen und den Göttlichen. Moderne Theologen entdecken überraschende Parallelen zu den Naturwissenschaften und anderen Religionen.
Von Corinna Mühlstedt

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Aufgehoben in der Stille
Von der Suche nach spirituellen Ruheräumen
Von Georg Magirius

Reizüberflutung, Schnelllebigkeit, Zeitknappheit: Mit der Hektik wächst der Wunsch nach Ruhe. Die naheliegendste Lösung jedoch hilft oft nicht weiter. Denn mit der abrupten Verringerung der Dezibelzahl spüren viele, wie die innere Unruhe zu rumoren beginnt. Auch Wellnesswochenenden, Achtsamkeitstrainings und diverse Techniken aus dem Meditiationsbusiness-Segment scheinen keine tiefergehende Ruhe zu vermitteln, sonst würde es nicht zu immer neuen Angeboten kommen.
… Georg Magirius nähert sich der Stille, ohne ihr das Geheimnisvolle rauben zu wollen. In Auseinandersetzung mit namhaften Schriftstellerinnen und Dichtern wie Arnold Stadler, Manuela Fuelle und Uwe Kolbe werden spirituelle Ruheräume vorgestellt, in denen man sich aufgehoben fühlen kann: im Wald, bei Schneefall, beim Schwimmen im See oder im Nachhall der Musik. Es sind Möglichkeiten, um – wie es Bernardin Schellenberger sagt – „die Anrede an mich zu hören“.

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Spuren in eine bessere Zukunft
40 Jahre Alternativer Nobelpreis
Von Geseko von Lüpke

Die globale ökologische, soziale und wirtschaftliche Krise hat bei vielen Menschen eine enorme Fantasie und Kreativität geweckt, vor Ort Gegenmodelle zu entwickeln und wie Pfadfinder Spuren in eine bessere Zukunft zu legen. Seit 40 Jahren arbeitet die „Right Livelihood Foundation“ daran, die interessantesten und vielversprechendsten Zukunftsprojekte in aller Welt ausfindig zu machen und ihnen mit dem „Alternativen Nobelpreis“ weltweite Publizität zu verschaffen: Vom Schutz der Umwelt, der kulturellen Vielfalt und der Menschenrechte bis zu Friedensarbeit, gerechter Ökonomie und nachhaltiger Entwicklung reichen die Initiativen. Sie bauen auf lokale Stärke und ein neu erwachendes Selbstbewusstsein der Menschen in aller Welt, ihre Zukunft wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Und ihr messbarer Erfolg macht sie längst zu Modellen für eine nachhaltige Welt. Heuer werden die Schwedin Greta Thunberg, der Amazonas-Indianer Davi Kopenawa, die Chinesin Guo Jianmei und Animatu Haidar aus der West-Sahara ausgezeichnet. Das Jubiläum dieses Preises ist aber auch Anlass, auf vierzig Jahre alternativer Zukunftspolitik zurückzublicken und gerade in Zeiten der Krise aufzuzeigen, dass eine andere Welt möglich ist.

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Mit verändertem Weltverständnis Zukunft neu erzählen
Die Suche nach einer neuen Geschichte des Menschseins
Von Geseko von Lüpke

Die moderne Welt basiert auf einer bis zu 3.000 Jahre alten Schöpfungserzählung, die – vielfach missverstanden – in die menschliche Beherrschung der irdischen Biosphäre mündete und zur Trennung zwischen Natur und Mensch geführt hat. Sie steht für ein von der Naturwissenschaft dominiertes Weltbild, dass unsere Existenz als zufällig, weitgehend sinnlos, vom größeren Ganzen abgetrennt, auf Konkurrenz und Kampf aller gegen alle erklärt. Dieses Weltbild hat eine Realität der Naturzerstörung und sozialen Spaltung geschaffen, welche die Menschheit heute mit der akuten Gefahr der Selbstzerstörung konfrontiert. In dieser Situation entstehen aber weltweit zahlreiche Versuche, die Rolle des Menschen ganz neu zu verstehen und eine „Neue Geschichte“ des Menschen zu formulieren, die als ethische Grundlage für eine Kultur der Zukunftsfähigkeit wirken soll. Daran beteiligt sind Philosophen, Theologen und Geisteswissenschaftler, aber auch Physiker, Biologen und Kosmologen.

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Monotheismus – vom Vielgötterglaube zu dem einen Gott
Autorin: Elke Worg / Regie: Axel Wostry
„Ich bin der Herr, dein Gott“, heißt es in den Zehn Geboten, die das Volk Israel auf dem Weg in das verheißene Land empfing. „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Doch dieser Gott, der seinen Namen nicht preisgeben wollte, hatte es anfänglich schwer, sich gegen die übermächtige Konkurrenz zu behaupten. Woher kam der Gott, der den Anspruch erhob, einzigartig zu sein? Schon vor der Entstehung des biblischen Monotheismus gab es im Alten Ägypten und in Persien Versuche, den Glauben an nur einen Gott zu propagieren. Doch erst das Babylonische Exil verhalf der neuen Idee zum entscheidenden Durchbruch. Neuere Untersuchungen zeigen: die Geschichte des Monotheismus ist ohne Medien nicht denkbar. Sprache, Bilder und Schrift lösten einander ab und bereiteten dem Glauben an den einen Gott die Bahn. Die drei großen monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam haben gemeinsame Wurzeln. Welche Vorteile brachte der Monotheismus und welche Gefahren gehen von ihm aus?

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Naturreligionen – altes Wissen neu entdeckt
Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Irene Schuck
In jeder Liste der großen Weltreligionen dürfen sie nicht fehlen – die Naturreligionen, die nach wie vor bei rund 300 Millionen Menschen aus indigenen Kulturen das Weltbild prägen. Neu allerdings ist die Entwicklung, dass auch in der modernen Welt naturreligiöse Strömungen auf dem Vormarsch sind und zum Teil deutlichem Einfluss auf die Ausprägung auch christlicher Gottesdienste nehmen. Was aber ist so faszinierend an Glaubensformen, die scheinbar gar nichts mehr mit der modernen Welt zu tun haben: Indianische Rituale, Kulte archaischer Naturreligionen, schamanistische Heilungswege. Die Sendung geht den vielen Spuren nach: Sie macht nicht nur deutlich, dass die Krise der kirchlichen Institutionen viele Menschen nicht nur dazu führt, nach Alternativen Ausschau zu halten, sondern auch die vorchristlichen Wurzeln europäische Religiosität zu erforschen. Sie behandelt zudem den starken Einfluss der Globalisierung auf unser modernes Weltbild, in der es nicht nur einen Export von Weltbildern von Nord nach Süd gibt, sondern auch umgekehrt. Sie erklärt darüber hinaus, warum gerade in Zeiten der Umwelt- und Klimakrise die Suche nach ökologischen und ganzheitlichen Glaubenswelten der Naturreligionen, die einen anderen Umgang mit der lebendigen Welt vermitteln, besonders groß ist. Dabei wird deutlich, dass manch altes Wissen durchaus der modernen Welt dienen kann und einige archaische Weisheiten den Aussagen der modernen Grundlagenforschung verblüffend nahe kommen.

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Reise in das innere Nordamerika – eine untergehende Welt
Autor: Sebastian Kirschner / Regie: Axel Wostry
Über Jahrhunderte prägten die indigenen Kulturen Nordamerikas den Kontinent, doch als der deutsche Adelige Maximilian zu Wied im Jahr 1832 aufbricht, um ihr Land und ihre Kultur zu erforschen, ist die Welt der Indianer längst dem Untergang geweiht. Die Eroberung des „Wilden Westens“ durch europäische Siedler schreitet unaufhaltsam voran; nur zwei Jahre zuvor hatte der amerikanische Präsident Jackson per Gesetz die Grundlage zur Vertreibung der Ureinwohner geschaffen. Tatsachen, die auch an dem Forschungsreisenden Max zu Wied nicht vorbeigehen. Doch seine Reise entwickelt sich zu mehr als einer weiteren Expedition: zu Wied beschreibt die Indianer und ihr Land ungewohnt detailliert und objektiv, auch dank der dokumentarisch genauen Skizzen seines Begleiters Karl Bodmer. Wieds Reisebeschreibung und die Illustrationen Bodmers liefern einen der letzten authentischen Blicke auf die Ursprünge Nordamerikas.

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Autorin: Sylvia Schopf / Regie: Eva Demmelhuber
Keine Frage! Wir sind sterblich. Der Tod eine Tatsache. Doch warum? Ist er Strafe für ein Vergehen? Ein Versehen oder Missgeschick? Notwendigkeit oder Schicksal? Denn was, wenn der Mensch unsterblich wäre? In allen Teilen der Welt, in unterschiedlichen Kulturen und Religionen haben Völker – lange vor den (Natur-) Wissenschaften – ihre Antworten auf das Rätsel des Todes formuliert – und zwar in Form von Mythen. Dabei spielen Beobachtungen der Natur wie beispielsweise der Wechsel von Tag und Nacht, der Schlaf als kleiner Bruder des Todes oder der Mond als Symbol für Werden und Vergehen eine Rolle. Auch die Hoffnung und die Sehnsucht, dem Tod entkommen zu können oder einen geliebten Verstorbenen aus dem Totenreich zurückzuholen, wird in den Mythen immer wieder thematisiert. So sind in den verschiedenen Kulturkreisen im Laufe der Zeit poetische und bildkräftige Geschichten entstanden, die auch für uns heute tröstlich sein können im Umgang mit der unfassbaren Tatsache des Todes. Denn möglicherweise geht es – wie der Mondzyklus zeigt – um ein Werden, Vergehen und Wiederkommen. Und auch auf jede Nacht folgt ein neuer Tag …

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Autor und Regie: Frank Halbach
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“, sagt das Johannes-Evangelium. Das heißt nichts Anderes, als dass das die Religion der Christen göttlichen Ursprungs ist. Aber erhebt nicht jede Religion den Anspruch göttlichen Ursprungs zu sein? Kommt Religion wirklich von Gott? Oder ist sie ein ganz natürliches biologisches Phänomen? Ein Blick auf die verschiedenen Religionen zeigt: sie verändern sich im Lauf der Geschichte, entwickeln sich weiter. Kann man daher von einer Evolutionsgeschichte der Religionen sprechen? Und wenn Religion „biologisch“ in unserem Mensch-Sein angelegt ist, warum und wie ist sie entstanden? Warum gibt es zahlreiche unterschiedliche Religionen, von denen jede für sich Eigenständigkeit entwickelt hat? Welche sozialen und welche Umwelt-Faktoren beeinflussen die Evolution von Religionen? Vor nicht allzu langer Zeit prophezeite die aufgeklärte Wissenschaftswelt das absehbare Verschwinden der Religionen. Doch stattdessen scheint das Religiöse heute mit aller Macht wieder mehr und mehr an Bedeutung zu gewinnen. Nur weil es jemanden nützt? Oder weil Religion Teil des kulturellen Erbes der Menschheit ist?

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Autor: Michael Reitz / Regie: Irene Schuck
Die Romantik: Sie war der letzte große Versuch, der Entzauberung der Welt durch Wissenschaftsgläubigkeit und Herrschaft der Vernunft die Intelligenz des Herzens und der Gefühle entgegenzusetzen. Sie war eine Philosophie, die zur Lebenshaltung wurde, geschaffen von Menschen, die den Machbarkeitswahn späterer Zeiten ahnten: die Philosophen Schlegel, Schelling und Herder, die philosophischen Dichter Hölderlin, E.T.A. Hoffmann, Novalis. Und nicht zu vergessen die Frauen, denn die Romantik markiert auch mit Bettina von Arnim und Karoline Schlegel-Schelling den Einbruch des Weiblichen in die Philosophie. Bis heute wirkt sie nach, die Romantik: in unserem Sprachgebrauch, unserem Lieben und unserer Auffassung davon, was in der Welt und im Leben wirklich wichtig ist. Oder, wie Novalis sagte: Sie ist der Versuch, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen zu geben.
Die Romantik lebt als Geisteshaltung fort – die Sendung beschreibt den Ursprung einer der faszinierendsten Philosophien der Neuzeit.

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Sah Hölderlin den Klimawandel voraus? Warum brennt bei ihm der Himmel? Wieso erscheint die Natur als Fremdes – etwas für das uns die Worte fehlen? Aber können wir die Welt vor uns retten, wenn wir nicht wissen, wie wir das Gebirge, die Blumen und den Himmel anreden müssen? Was bleibt, das retten die Dichter?

Hölderlin wirkt, das vermag die große Bewunderung nicht zu übertönen, fremd im 3. Jahrtausend. Warum uns Hölderlin gerade jetzt, in „zaudernder Weile“, näher sein müsste denn je, und warum es dafür – in womöglich aber auch produktiver Weise? – leider doch schon zu spät sein könnte. Von diesen Fragen lässt sich der Schriftsteller Jan Snela in seinem der Poesie gewidmeten Essay leiten. Sein Text ist ein close reading des großen, des letzten Gedichts „Mnemosyne“ – der für ihn das titanenhafte Grollen des Klimawandels ankündigt. Und es lässt Hölderlin Worte der Liebe finden – in den wenigen Zeilen, die Twitter uns dafür lässt.

Von Jan Snela

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Friedrich Hölderlin
Poesie als Religion – Religion als Poesie
Von Michael Reitz

Kaum ein Lyriker hat sein Künstlertum so sehr mit Religion verbunden wie der deutsche Dichter Friedrich Hölderlin (1770-1843). Gefühl und die Sehnsucht nach Verbundenheit mit der Schöpfung spielen in seiner Spiritualität wie in seinen Gedichten eine zentrale Rolle. Nicht die rationale Erkenntnis des Göttlichen, sondern die tiefe poetische Erfahrung ist Grund der Einheit von Natur, Mensch und Gott. Das Absolute, so Friedrich Hölderlin, kann nur erhellt werden mit den Mitteln der Poesie. Einer immer rasanter und sich entfremdenden Epoche stellte er seine Hoffnung einer durch die Poesie harmonisierten Welt entgegen. Der Preis, den der Dichter dafür zahlte, war hoch: den Großteil seines Lebens verbrachte Hölderlin in geistiger Umnachtung.

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Meister der Wandlung
Schamanische Ansätze globaler Heilung in Zeiten der PandemieVon Geseko von Lüpke

In Zeiten einer globalen Pandemie rücken die Völker und Kulturen des Planeten zusammen. Erstmals erleben Menschen ganz ähnliche Gefühle, beugen sich globalen Beschränkungen, handeln planetar. Die Formen der Heilung aber sind höchst unterschiedlich. Während der Westen auf die Pharmazie setzt, konzentrieren sich indigene Heiler traditioneller Kulturen auf ‚inneren Wandel‘ und die Kraft der Liebe als Pfad zur planetaren Balance. Ein Online-Kongress des ‚Instituts für Ganzheitsmedizin‘ Anfang Mai 2020 brachte solche Stimmen aus aller Welt zusammen. Indigene Heiler und Schamaninen präsentierten ihren Ansatz, der darauf abzielt, individuelle Heilung mit der Wiederherstellung des planetaren Gleichgewichtes zu kombinieren.

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Manitou – Der „große Geist“ der Indianer
Autor und Regie: Frank Halbach
„Mein Bruder vergesse den Apachen nicht. Er bete für ihn zum großen, guten Manitou!“ So spricht Winnetou, im Sterben liegend. Karl Mays Erzählungen haben bei uns lange die Vorstellung geprägt, Manitou sei nichts anderes als die indianische Entsprechung unseres Schöpfergottes. Doch Manitou – der übrigens bei vielen Stämmen einen anderen Namen trägt – ist kein personaler Gott. Das ist eine Erfindung christlicher Missionare, die Manitou bei Bedarf auch mit Teufel übersetzten. Doch Manitou ist mehr als ein Wesen, er ist die Summe aller heiligen Kräfte. Manitou ist die ‚Weltseele‘, verkörpert im Büffel, im Gewitter, in der Wolke, er erfüllt alle Dinge und alle Plätze, Manitou ist der ‚eigentümlich Allgegenwärtige‘. Hinter dem ‚großen Geist‘ der Indianer Nordamerikas steckt eine pantheistische Vorstellung: Gott, Natur und Kosmos sind eins. Manitou begegnet uns mit so vielen Gesichtern, wie es einst Indianerstämme gab.

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Die Magie – Wenn der Glaube Berge versetzt
Autor und Regie: Martin Trauner
Krötenschleim, Kerzenwachs und Kristallsteine: Die Magie schöpft seit Menschengedenken aus einem nie zur Neige gehenden Zauberkessel, reich angefüllt mit Techniken und Sprüchen. Berauscht von der magischen Mixtur gelangt der Suchende in eine ‚Anderswelt‘. Mal ganz banal, um seinem Chef ein paar Warzen herbei zu wünschen oder final, um den lapis philosophorum, den Stein der Weisen zu finden. Meist aber will man doch nur dem Alltag entsteigen, um in der ‚Anderswelt‘, wenn schon keinen Einblick in die Zukunft, so doch zumindest Kontakt mit dem großen außersinnlichen Netzwerk zu erhalten.

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Die Bibel und die Sterne
Parallelen zwischen Sonnengöttern und Jesus Christus
Von Geseko von Lüpke
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar Wenn der Frühling ausbricht und die Tage nach der Tag- und Nachtgleiche länger werden als die Nächte, dann siegte für die heidnischen Völker das Licht über die Dunkelheit. Ist es ein Zufall, dass rund um dieses Datum das Christentum Ostern feiert? Da ist von der Auferstehung Jesu die Rede, der im Johannes Evangelium sagt: „Ich bin das Licht der Welt“. Die Parallelen zwischen uralten religiösen Mythen und der Sternenkunde unserer Vorfahren – die wir heute als Tierkreiszeichen kennen und als Astrologie belächeln – sind frappierend. Mehr noch: Die christliche Mythologie, die uns von der unbefleckten Empfängnis berichtet, der Geburt am 24. Dezember, dem Morgenstern, vom Tod am Kreuz und der Auferstehung ist zudem alles andere als einzigartig. Diese Biographie teilt sich Jesus mit Attis v. Phybien, mit dem indischen Gott Krishna, Mitras von Persien, den germanischen Göttern Odin und Thor, Baal, Indra, Thammuz und einigen mehr. Verblüffend wird die Übereinstimmung besonders bei Horus, 3000 Jahre vor Christus der ägyptische Gott der Sonne, dessen Leben 180 Parallelen mit Jesus aufweist. Derlei Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Christentum nur im Kontext einer viel längeren Geschichte verstanden werden kann. Und sie stellen zur Debatte, ob wir weiter an einen historischen Jesus glauben können, oder die biblischen Geschichten nicht vielmehr wie einen uralten Mythos in neuer Gestalt verstehen sollten.

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Alles nur geklaut? Warum Jesus an heidnische Götter erinnert

Unbefleckte Empfängnis, Geburt am 25. Dezember, Tod am Kreuz und Auferstehung – all das sind keine Erfindungen des Christentums. Schon früheren Göttern wurde eine ähnliche Biographie wie die von Jesus Christus zugeschrieben.

„Es raubt einem den Atem“, so der kanadische Theologe Tom Harpur. Nicht weniger als sechzehn „gekreuzigte Weltenretter“ habe er in der Geschichte der Religionen gefunden. Dazu ungefähr fünfzig Sonnengötter unterschiedlicher Art, die früher in unterschiedlichem Maß ein ähnliches Leben geführt haben sollen, wie Jesus von Nazareth.

Beim ägyptischen Sonnengott Horus, der zeitlich 2.000 Jahre vor Christus verortet wird, gebe es 180 exakte Parallelen zur Biographie des christlichen Messias, sogar Aufzeichnungen, in denen beide exakt gleich zitiert werden, mit Sätzen wie „Ich bin das Brot des Lebens“ oder „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“.

Universale Biographie der Götter?

Das Christentum ist vor 2.000 Jahren nicht einfach gänzlich neu vom Himmel gefallen. Es ist viel mehr Teil einer fast unendlichen Kontinuität von immer wieder neu überlieferten Geschichten über die existentiellen Fragen zwischen Himmel und Erde.

Als die nach aller Wahrscheinlichkeit historische Figur eines Joshua oder Jesus die Bühne der Weltgeschichte betrat, dürfte es eine Vielzahl von miteinander verwobenen Traditionen, Geschichten und Mythen gegeben haben. „Alles Komplexe setzt sich aus einfachen Bausteinen zusammen, auch Religionen“, sagt der Astrophysiker Harald Lesch. „Lieder, Symbole oder zeitliche Zuordnung – eine neue Religion wird das aufnehmen, was bei einer alten Religion erfolgreich gewesen ist. Alles was uns umgibt, ist ein Evolutionsprodukt. Warum sollen Religionen kein Evolutionsprodukt sein?“

Bei der Entwicklung einer neuen Religion sei es naheliegend, sich bekanntes Material zunutze zu machen, so der Religionswissenschaftler Jörg Rüpke. „Die Geschichten über diese Personen werden Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte nach deren Tod entwickelt und haben eine ganz bestimmte Zielsetzung: Sie werben für eine Religionsgemeinschaft, für bestimmte Überzeugungen und werden dann entsprechend mit attraktiven Elementen aufgeladen.“

Viertes Jahrhundert: Update für die christliche Lehre

Die Theologen gehen heute davon aus, dass die Evangelien, so wie wir sie heute kennen, erst gut 300 Jahre nach dem Leben und Sterben Jesu zur verbindlichen Lehre wurden. Nämlich auf dem Konzil, das Kaiser Konstantin im Jahr 325 in der kleinen Stadt Nicäa in der Nähe des heutigen Istanbul einberief, um den Streit der verschiedenen Bischöfe zu beenden.

„Da veränderte sich die ganze Geschichte“, sagt Tom Harpur. „Im Zentrum dieses Wandels stand die Zusammenstellung einer Jesus-Legende, die sich inhaltlich an den universellen heidnischen Mythen orientierte, teils genährt von der griechischen Mythologie, davor schon erzählt von den alten Sumerern und noch davor von den alten Ägyptern. All diese Mythen goss man literarisch in eine jüdische Form und erklärte sie zu einer wahren Geschichte.“

Der anglikanische Priester Tom Harpur veröffentlichte seine Forschungsergebnisse in dem Buch „Der heidnische Heiland“, in dem er dazu aufruft, Jesus als mythologische Figur zu begreifen, in der sich die großen Menschheitsfragen spiegeln – nicht aber als geschichtliche Figur, als Individuum mit einmaliger Biographie.

Priester: „Religion ist missverstandene Mythologie“

Einige Theologen plädieren dafür, die Geschichte Jesu und das neue Testament als eine Art Mythos zu lesen. So auch Harpur: „Religion ist missverstandene Mythologie. Sie benutzt Mythologie, als handele es sich um Geschichte, anstatt sie als Analogie zu inneren Fragen des Menschen zu lesen.“ Mythen seien eben keine historische Wahrheit, sondern nur ein Werkzeug um Wahrheit auszudrücken.

Im Glaube an Jesus Christus gehe es nicht darum, sich auf die Details der fragwürdigen Biographie zu versteifen, sondern den Fokus auf die Botschaft zu legen, findet der Erfurter Theologe Rüpke: „Sich nicht mit dem Versuch zu begnügen, mythische Elemente als historische zu nehmen, sondern sich die Frage zu stellen: Warum wird so erzählt?“ Dann könne die Botschaft des Christentums – gemäß den Anforderungen der Zeit – immer wieder neu gelesen, interpretiert und verstanden werden.

Sah Hölderlin den Klimawandel voraus? Warum brennt bei ihm der Himmel? Wieso erscheint die Natur als Fremdes – etwas für das uns die Worte fehlen? Aber können wir die Welt vor uns retten, wenn wir nicht wissen, wie wir das Gebirge, die Blumen und den Himmel anreden müssen? Was bleibt, das retten die Dichter?

Hölderlin wirkt, das vermag die große Bewunderung nicht zu übertönen, fremd im 3. Jahrtausend. Warum uns Hölderlin gerade jetzt, in „zaudernder Weile“, näher sein müsste denn je, und warum es dafür – in womöglich aber auch produktiver Weise? – leider doch schon zu spät sein könnte. Von diesen Fragen lässt sich der Schriftsteller Jan Snela in seinem der Poesie gewidmeten Essay leiten. Sein Text ist ein close reading des großen, des letzten Gedichts „Mnemosyne“ – der für ihn das titanenhafte Grollen des Klimawandels ankündigt. Und es lässt Hölderlin Worte der Liebe finden – in den wenigen Zeilen, die Twitter uns dafür lässt.

Von Jan Snela

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Jean Paul Sartre – Vordenker des Existenzialismus
Autor: Rolf Cantzen / Regie: Irene Schuck
Der Mensch ist frei. Kein Gott bestimmt sein Denken, Handeln und Fühlen. Auch ist der Mensch nicht fremdbestimmt durch die Gesellschaft, in der er lebt. Doch diese Freiheit ist kein Geschenk und bedeutet nicht Glück: „… der Mensch ist zur Freiheit verdammt …“ resümiert Sartre, er ist verantwortlich für sich. Er ist nichts anderes als das, wozu er sich macht, er entwirft sich selbst und steht dann hilflos und ohne Halt, ohne Werte und Glauben in einer feindlichen Welt und begegnet anderen Menschen, die, für ihn „die Hölle“ sein können. Der Philosoph und Schriftsteller Jean-Paul Sartre (1905-1980) gilt als Begründer des französischen Existenzialismus. Er war ein politisch denkender Mensch, der während des Zweiten Weltkrieges aktiv am Widerstand beteiligt war und sich danach immer wieder mit den Herrschenden anlegte. Er war ein Schriftsteller, der seine philosophischen Ideen einkleidete in die Erfahrungen seiner Protagonisten.

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Philosophie des Existenzialismus – Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt
Autor: Michael Reitz / Regie: Martin Trauner
Wohl kaum eine philosophische Richtung des 20. Jahrhunderts wurde so mit einer Lebenshaltung identifiziert wie der Existentialismus. Die Gedanken dieser auf Kierkegaard, Heidegger und vor allem Sartre, Camus und Simone de Beauvoir zurückgehenden Philosophie haben weit über den Bereich des bloßen Denkens hinausgewirkt. Begriffe wie Wahl des eigenen Lebens, Absurdität des Daseins, Geworfenheit des Menschen wurden zu Schlagwörtern der Generation nach 1945 und bestimmten ihren Lebensstil. Der Mensch, so die Existenzialisten, sei zur radikalen Freiheit verurteilt: er müsse sein Wesen entwerfen, sich einmischen in politische Zustände, wo dieser Entwurf nicht möglich ist. Die Sendung beschreibt die Wurzeln des Existentialismus und seine Spuren in unserer Zeit.

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Die Leistungsgesellschaft – Ein Phänomen der Moderne
Autorin: Daniela Remus / Regie: Irene Schuck
„Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Die aufklärerische Forderung von Immanuel Kant sorgte zu Beginn des 19. Jahrhunderts für harsche Kritik. Ein Frontalangriff gegen die Rolle der Kirche – so interpretierten viele die Forderung des Königsberger Philosophen. Dabei steckt in diesem Satz noch viel mehr. Beispielsweise die Aufkündigung der bestehenden Ständegesellschaft. Die Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Klasse hat damals über Bildungs- und Berufschancen entschieden, über Reichtum und Elend. Erst mit dem Beginn der Aufklärung im 18. Jahrhundert wurde die Ungerechtigkeit dieser Gesellschaftsordnung in Frage gestellt, was letztlich zu deren Ablösung führte. An die Stelle von Privilegien oder lebenslanger Nachteile durch Geburt ist dadurch in den westlichen Industriegesellschaften der Leistungsbegriff getreten. Aber auch schon in den Jahrhunderten davor konnten sich Menschen für besondere Leistungen begeistern: Die antiken Olympia-Teilnehmer, die römischen Gladiatoren oder die christlichen Ritter errangen durch ihre Leistungen zahlreiche Privilegien. Zum Gesellschaftskonzept aber wurde der Leistungsbegriff erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aber haben tatsächlich alle Menschen die gleichen Chancen, die erforderlichen Leistungen zu erbringen? Wie gerecht ist eine Gesellschaft, wenn Menschen Spitzenleistungen erbringen müssen, um gesellschaftlichen Einfluss zu haben? Und wie kann objektiv beurteilt werden, welche Leistung welchen Wert hat?

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Martin Buber – Was ist der Mensch?
Autor: Stefan Daltrop / Regie: Axel Wostry
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ – das ist ein berühmtes Wort von Martin Buber. Wir lernen uns selbst zu verstehen, indem wir in Beziehung stehen: zur Natur, zu unseren Mitmenschen, zur Wirklichkeit. Seine dialogische Philosophie ist im Chassidismus begründet, einer Bewegung des osteuropäischen Judentums des 19. Jahrhunderts. Der Chassidismus geht davon aus, dass in jedem Leben, ja sogar in jedem Atom, ein Lebensfunke innewohnt. Diesen Funken zur Flamme werden zu lassen und sich beständig, unter allen erdenklichen Umständen für das Leben zu begeistern: das ist ein Kerngedanke von Bubers Religionsphilosophie. Ein Funke, der sich aus einem verantwortlich geführten Leben speist. Wir sind also in Beziehungen eingebettet und indem wir sie verantwortlich führen und leben, begeistern wir uns für das Leben und werden unserer Bestimmung als Menschen gerecht – so sieht es Buber. Seine dialogische Philosophie ist nach wie vor aktuell, gerade in ihrem Ansinnen, auch den Dialog der Religionen zu fördern, der immer auch ein Dialog im Bewusstsein der Unterschiede ist.

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Entfremdung – Philosophie der Zerrissenheit
Autorin: Karin Lamsfuß / Regie: Christiane Klenz
Wir quälen und schon morgens früh im Dunkeln in endlosen Autoschlangen über die Autobahn. Um dann den ganzen Tag in künstlich belüfteten Bürotürmen bei Neonlicht eine Arbeit zu machen, deren Sinn wir schon längst nicht mehr verstehen. Mittags essen wir pestizidbelastetes Junkfood und retten uns mit viel Kaffee durch den Nachmittag. Wir kommen abends erschöpft zuhause an, ohne dass ein Sonnenstrahl unsere Haut berührt hat. Als vermeintliche Entspannung konsumieren viele von uns Mord und Totschlag im Fernsehen oder Internet. So vergeht Tag für Tag, Jahr für Jahr – bis zur schmalen Rente. Wir haben schon längst das Gefühl für Rhythmen wie Tag und Nacht und die Jahreszeiten verloren, den Wechsel aus Anspannung und Entspannung, von kraftvoller Bewegung und Erschöpfung. Mit der menschlichen Natur, die aus Pulsation besteht, hat das nichts mehr zu tun. Warum tun wir uns das freiwillig an? Ist es die Angst vor Versagen? Oder die seelenlose, rein profitorientierte Wirtschaft, die den Takt vorgibt? Viele Menschen leben jedenfalls nicht ihr eigenes Leben, sondern das, was andere von ihnen fordern. Und zahlen den Preis, dass ihre Sinne verkümmern, sie vereinsamen, krank werden und ausbrennen.

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Was ist „die Natur“? Der Mensch bildet gedankliche Konstrukte, indem er zwischen Zivilisation und Wildnis unterscheidet oder unberührte Landschaften schön findet. Doch die definitorische Verfügungsgewalt ist eine IllusionVON: Justina Schreiber

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Framing und die Macht der Sprache
Wie stark leiten Begriffe unser Denken und Handeln?
Von Hardy Funk

Leiden Sie unter der drückenden Steuerlast? Oder tragen Sie gerne Steuern zu unserem Gemeinwesen bei? Machen Sie sich Sorgen wegen der Klimakrise? Oder sehen Sie dem Klimawandel eher gelassen entgegen? Und wie stark ist Ihr Denken und Handeln eigentlich von Wörtern und Begriffen geleitet? Vielleicht stärker, als Sie bisher glaubten…

Die Theorie des Framings geht von der Vorstellung aus, dass Wörter in unserem Gehirn einen bestimmten Bezugsrahmen abstecken, anhand dem wir Ideen überhaupt erst fassen können bzw. mit dem wir die Welt deuten. Was weitreichende Folgen haben kann: Politiker*innen, Lobbyist*innen, Aktivist*innen streuen bewusst (oder unbewusst) Begriffe in Debatten, um ihre Ziele zu erreichen (manchmal allerdings auch, um sie unbewusst zu torpedieren). Auch wir, auch Journalist*innen benutzen Wörter, die mitunter mehr meinen als die reinen Fakten.

Die einen reden von Leistungsträgern, die anderen von Großkonzern, die einen von Migranten, die anderen von Geflüchteten. Was macht das mit uns? Wurde die „Ehe für alle“ so plötzlich eingeführt, weil sie nicht mehr „Homo-Ehe“ hieß? Lenkt das „Gute-KiTa-Gesetz“ von seinem eigentlichen Inhalt ab?
Was vermag Framing? Können wir uns gegen Framing wehren? Oder ist es nicht doch nur ein Modewort für eine etwas glaubhaftere Verschwörungstheorie?

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Mehr Mut zum Manifest
Öffentlich widersprechen kann man auf viele Arten. Mit Demonstrationen, Flash Mobs, Internetaktionen. Und mit Manifesten. Doch wie zeitgemäß ist es noch, mit einem Text die Welt verändern zu wollen? Fragt Stephanie Metzger aktuelle Manifestautoren und -autorinnen.

„In dem Maße, als viele schreibende oder denkende Theoretiker nicht mehr nur die Universität und die akademischen Publikationsorgane und Wege als alleinige Möglichkeit sehen, sondern eben auch andere, in dem Maße bietet sich das Manifest wieder verstärkt an. Und in dem Maße als man erkennt, dass es bis zu einem gewissen Grade gar nicht mehr Sinn macht, sich an bestimmte neoliberale berufsfördernde Regeln zu halten, gewinnt man auch eine bestimmte Freiheit anders zu schreiben, anders zu publizieren, mehr experimentell zu denken und zu schreiben. Und dazu gehört das Manifest sicher, da bietet sich das als Genre an.“

          Armen Avenessian

Hier das „Ja“, dort das „Nein“. Hier das Wort, dort die Tat. Hier die Wirklichkeit, dort die Kunst. Und dazwischen: das Manifest. Im Laufe seiner Geschichte hat das Genre den Spielraum zwischen gesellschaftlicher Wirksamkeit und reiner Pose facettenreich ausgeschöpft. Nicht ohne sich selbst dabei immer wieder zu verabschieden. „Die Zeit der Manifeste ist vorbei“, proklamierte Bruno Latour 2010. Und startete im gleichen Atemzug einenVersuch, das „Kompositionistische Manifest“ zu schreiben.

Denn geschrieben wurden und werden sie, gerade heute. Zum Beispiel von einer Gruppe junger englischer Studenten, die in ihrem „Manifest für eine akzelerationistische Politik“ (2013) den Kapitalismus mit seinen eigenen Mitteln schlagen wollen. Oder von französischen Intellektuellen, die im „Konvivialistischen Manifest“ (2013) eine neue Kunst des Zusammenlebens erfinden. Von dem deutschen Aktionskünstler Philipp Ruch vom skandalträchtigen Zentrum für Politische Schönheit, der mit seinem Manifest „Wenn nicht wir, wer dann“ (2015) einer humanistischen Revolution den Weg ebnen will. Oder von der österreichischen Autorin FALKNER, die ihr gesamtes Werk unter den Begriff des Manifestes gestellt hat.

Das Manifest ist hier nicht doktrinärer Text oder bloßes ironisches Spiel. Vielmehr wird es zum Befreiungsschlag aus akademischen Fesseln und zum Medium eines experimentellen Denkens.
Mit Wiebke Puls, Thomas Loibl, Franz Pätzold, Hemma Sophia Michel
Regie: Stephanie Metzger
BR 2016, 53’15

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Das Element Luft – Atem der Welt
Autorin: Geseko von Lüpke / Regie: Sabine Kienhöfer
Sie ist unsichtbar, scheint aus nichts zu bestehen und ohne Gewicht zu sein – die Luft. Erst nach und nach hat die Wissenschaft entdeckt, dass jenes Medium, das uns mit jedem Atemzug am Leben hält, ganz anders ist, als wir es uns mit dem ‚Gesunden Menschenverstand‘ vorstellen. Luft ist ein hochdynamisches Gemisch aus Gasen, die sich in einem labilen Gleichgewicht befinden, das die ganze Biosphäre gestaltet. Wir leben am Boden eines Luftmeeres, dass mit unglaublichem Gewicht auf uns lastet. Luft ist Filter, Transportmittel, Windmaschine, Wettermacher. Luft ist das Medium der Kommunikation, der Gerüche. Luft ist ein Geschenk der Pflanzen an das Leben, verbindet uns mit der gesamten Schöpfung auf diesem Planeten, ja sogar durch die Tiefen der Zeit. Und: Luft ist in Gefahr immer höher mit Schadstoffen belastet zu werden und den Planeten zum Treibhaus zu machen. Die Sendung ist eine Entdeckungsreise in das geheimnisvoll Alltägliche des Elements Luft – mit Aspekten aus Wissenschaft, Mythologie, Religion und Kultur.

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Was nicht geschrieben werden kann
Vom Wert des gesprochenen Wortes in digitalen Zeiten
Von Christoph Fleischmann

Die digitale Revolution verschafft den Menschen Zugang zu einer fast unendlichen Menge an Informationen und die Möglichkeit, selber Texte, Bilder und Töne zu senden. Nimmt mit der Quantität auch die Qualität der Kommunikation zu? Zur Orientierung hilft ein Blick zurück: Martin Luther war der erste Bestsellerautor des Gutenberg-Zeitalters, ein Meister des geschriebenen Wortes, und doch war für ihn das eigentliche Wort Gottes die gesprochene Predigt. Noch früher meinte Sokrates, dass wahres Wissen nicht in Büchern zu finden sei, sondern nur im lebendigen Dialog zwischen Menschen. Hinweise darauf, dass auch in einer Welt der explodierenden Zeichenmenge das gesprochene Wort und der mündliche Dialog nicht verloren gehen dürfen.

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Der Philosoph G. W. F. Hegel
Religion als Stütze der Gesellschaft?
Von Michael Reitz

Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) gilt als einer der einflussreichsten Denker der Neuzeit. Die Religionsphilosophie nimmt in seinem Werk einen wichtigen Platz ein: Hegels Religionsbegriff bleibt dabei bis heute aktuell. Religion ist für ihn der Raum, in dem der Mensch sich mit sich selbst auseinandersetzt, mit seinen Werten, mit dem, was ihm wichtig ist. Sie ist, wie der Religionsphilosoph als junger Mann schrieb, „eine der wichtigsten Angelegenheiten unseres Lebens“. In dieser Funktion spielt die ideale Religion eine wichtige Rolle für das Selbstverständnis und den Zusammenhalt ganzer Gesellschaften. Sie ist alles andere als Privatsache: eine „Volksreligion“. Religiöse Fragen gehören für Hegel daher in die Öffentlichkeit gesellschaftlicher Debatten, sie gehen alle an, bilden das Wertefundament, auf dem unser Staatswesen fußt. Anlässlich des 250. Geburtstags von G. W. F. Hegel geht Michael Reitz dem Hegel’schen Religionsbegriff auf den Grund.

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Charles Baudelaire – Die künstlichen Paradiese

Charles Baudelaire – Dandy und bedeutender Lyriker, Verherrlicher des Rausches. Sein berühmtestes Werk, der Gedichtzyklus „Les Fleurs du Mal“ (Die Blumen des Bösen), prägt die moderne europäische Lyrik. (BR 2013) Von Frank Halbach

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Henry David Thoreau – Rebell und Öko-Pionier
Autor: Michael Reitz / Regie: Irene Schuck
Der US-amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau (1817-1862) gilt heute als einer der wesentlichsten Begründer eines Denkens, dass den verantwortungsvollen Umgang des Menschen mit der Natur in den Vordergrund stellt. Sein autobiographischer Bericht ‚Walden oder Leben in den Wäldern‘ wurde zu einem Kultbuch der weltweiten ökologischen Bewegung. Darin schildert Thoreau nicht nur seine Zeit als Einsiedler in der Abgeschiedenheit der Wälder Neuenglands. Sondern er zeigt damals schon auf, welche Folgen der Raubbau des Menschen an der Natur hat, wenn er sie nur als auszubeutende Ressource betrachtet. Darüber hinaus ist Henry David Thoreau ein Pionier der Bürgerrechtsbewegung: Seine Schrift ‚Über die Pflicht um Ungehorsam gegen den Staat‘ ist ein scharfzüngiges und ironisches Pamphlet gegen jede Form staatlicher Unterdrückung und Bevormundung. Thoreaus kompromissloses Denken beeinflusst bis in unsere Tage Demokratiebewegungen und ökologisches Engagement auf der ganzen Welt.

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Georg Wilhelm Friedrich Hegel – Denker im Widerspruch

Revolution oder Ordnung? Diesen Widerspruch bringt der Philosoph Hegel zusammen. Seine Philosophie der Freiheit sucht Antworten auf eine zerrissene Welt und macht einen Revolutionär zum Staatsphilosophen. VON: Jerzy Sobotta

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Die Welt des Idealismus – Wir sehen, was wir denken
Autor: Michael Reitz / Regie: Irene Schuck
„Die erste Idee ist natürlich die Vorstellung von mir selbst, als einem absolut freien Wesen“, heißt es in demältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus“, verfasst von den Philosophen Hölderlin, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Schelling. Die philosophische Richtung des Idealismus – eine hauptsächlich deutsche Angelegenheit – vertrat den Standpunkt, dass die Welt sich ausschließlich durch Geist bildet und nur durch ihn verstanden werden kann. Der Mensch als sich selbst bewusstes Wesen kreiert das Leben mittels seiner Ideen – eine der bis heute interessantesten und einflussreichsten Positionen der Philosophiegeschichte.

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Die Moderne – Bruch mit der Tradition

Um die Wende zum 20 Jahrhundert verändert sich die Welt unter dem Einfluss von Technik und Naturwissenschaft schneller als je zuvor. Die Literaten der frühen Moderne finden unterschiedliche Antworten auf die Frage, was Kunst leisten kann in einer Welt, die traditionelle Gewissheiten zum Einsturz bringt. Von Brigitte Kohn

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Das Schloß – Kafkas rätselhafte Seelenlandschaft

Franz Kafka begann seinen so rätselhaften wie berühmten Roman „Das Schloß“ im Januar 1922, gezeichnet von der Tuberkulose, an der er anderthalb Jahre später sterben würde. Ein großartiges Fragment, Sternstunde der Weltliteratur. (BR 2017) Von Julia Devlin

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Natur als Sprachlandschaft – Nature writing
Autorin: Justina Schreiber / Regie: Irene Schuck
Der angloamerikanische Begriff des „Nature writing“ beschreibt ein modernes Genre, für das es keine adäquate deutsche Bezeichnung gibt. Obwohl der Naturforscher Alexander von Humboldt als einer der Ahnherren der Gattung gilt. In England und den USA dagegen beförderte die frühe Industrialisierung eine schriftstellerische Haltung, die den Fokus auf die augenscheinlich missachteten Details der natürlichen Umgebung legte. Henry David Thoreau gab in seinen Tagebüchern den Ton vor. Sachkundig und zugleich empathisch werden Wälder und Seen, Tiere, Pflanzen und Steine beschrieben – und zwar immer aus der Perspektive eines empfindsamen Subjekts, das auch Verluste konstatiert. Während die allseits dominante, naturwissenschaftlich geprägte Sicht die „Dinge“ objektiviert, spielt beim Nature writing die persönliche Gestimmtheit des Individuums eine tragende Rolle. In der subtilen und anschaulichen literarischen Darstellung erweitert sich die Um-Welt zu einem vielfältigen Assoziationsraum. So zeigt sich, dass der Mensch bei aller Sprachmacht selbst unverbrüchlich zur Natur gehört.

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Expressionismus und Avantgarde – Literatur ohne Grenzen?
Autorin: Christine Hamel / Regie: Kirsten Böttcher
„Mensch werde wesentlich“, ruft Ernst Stadler seinen Zeitgenossen 1914 zu und gibt damit der Sehnsucht der Moderne nach Wandlung des Menschen Ausdruck. Der Expressionismus ist eine Kunstbewegung, die von Anfang an auch in die Gesellschaft wirken will und auf Weltverbesserung durch Kunst setzt. Daher spielen Gedichte, Dramen und Kurzprosa eine ungleich größere Rolle als komplexe Romane. Die Avantgarde hat es eilig, denn auch das Leben – die Technik, der Verkehr, die Arbeitswelt, die Wirtschaft, die Massenmedien nehmen Tempo auf. Schriftsteller und Dichter wie Georg Heym, Else Lasker-Schüler, Gottfried Benn oder Alfred Döblin verbindet auf den ersten Blick nicht viel – der Expressionismus ist eine äußerst disparate Bewegung. Alle vereint jedoch eine Zivilisationsskepsis, die infolge der Hektik und Nervosität der Moderne den Menschen bedroht sieht.

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Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus.
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist der Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

R.M. Rilke