Doch diese schönen Dinge die andere gemacht haben, haben die Tendenz den Drang nach Besitz zu wecken …

John Cage, Silence

Und das Wort war Gott

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Eine hilfreiche Podcastsammlung des BR 2 zum Nachhören.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktionen Radio Wissen, Evangelische Perspektiven, Katholische Welt
sowie andere spannende Inspirationen – Videos, Textebeitrage …

Sah Hölderlin den Klimawandel voraus? Warum brennt bei ihm der Himmel? Wieso erscheint die Natur als Fremdes – etwas für das uns die Worte fehlen? Aber können wir die Welt vor uns retten, wenn wir nicht wissen, wie wir das Gebirge, die Blumen und den Himmel anreden müssen? Was bleibt, das retten die Dichter?

Hölderlin wirkt, das vermag die große Bewunderung nicht zu übertönen, fremd im 3. Jahrtausend. Warum uns Hölderlin gerade jetzt, in „zaudernder Weile“, näher sein müsste denn je, und warum es dafür – in womöglich aber auch produktiver Weise? – leider doch schon zu spät sein könnte. Von diesen Fragen lässt sich der Schriftsteller Jan Snela in seinem der Poesie gewidmeten Essay leiten. Sein Text ist ein close reading des großen, des letzten Gedichts „Mnemosyne“ – der für ihn das titanenhafte Grollen des Klimawandels ankündigt. Und es lässt Hölderlin Worte der Liebe finden – in den wenigen Zeilen, die Twitter uns dafür lässt.

Von Jan Snela

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Jean Paul Sartre – Vordenker des Existenzialismus
Autor: Rolf Cantzen / Regie: Irene Schuck
Der Mensch ist frei. Kein Gott bestimmt sein Denken, Handeln und Fühlen. Auch ist der Mensch nicht fremdbestimmt durch die Gesellschaft, in der er lebt. Doch diese Freiheit ist kein Geschenk und bedeutet nicht Glück: „… der Mensch ist zur Freiheit verdammt …“ resümiert Sartre, er ist verantwortlich für sich. Er ist nichts anderes als das, wozu er sich macht, er entwirft sich selbst und steht dann hilflos und ohne Halt, ohne Werte und Glauben in einer feindlichen Welt und begegnet anderen Menschen, die, für ihn „die Hölle“ sein können. Der Philosoph und Schriftsteller Jean-Paul Sartre (1905-1980) gilt als Begründer des französischen Existenzialismus. Er war ein politisch denkender Mensch, der während des Zweiten Weltkrieges aktiv am Widerstand beteiligt war und sich danach immer wieder mit den Herrschenden anlegte. Er war ein Schriftsteller, der seine philosophischen Ideen einkleidete in die Erfahrungen seiner Protagonisten.

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Philosophie des Existenzialismus – Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt
Autor: Michael Reitz / Regie: Martin Trauner
Wohl kaum eine philosophische Richtung des 20. Jahrhunderts wurde so mit einer Lebenshaltung identifiziert wie der Existentialismus. Die Gedanken dieser auf Kierkegaard, Heidegger und vor allem Sartre, Camus und Simone de Beauvoir zurückgehenden Philosophie haben weit über den Bereich des bloßen Denkens hinausgewirkt. Begriffe wie Wahl des eigenen Lebens, Absurdität des Daseins, Geworfenheit des Menschen wurden zu Schlagwörtern der Generation nach 1945 und bestimmten ihren Lebensstil. Der Mensch, so die Existenzialisten, sei zur radikalen Freiheit verurteilt: er müsse sein Wesen entwerfen, sich einmischen in politische Zustände, wo dieser Entwurf nicht möglich ist. Die Sendung beschreibt die Wurzeln des Existentialismus und seine Spuren in unserer Zeit.

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Die Leistungsgesellschaft – Ein Phänomen der Moderne
Autorin: Daniela Remus / Regie: Irene Schuck
„Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Die aufklärerische Forderung von Immanuel Kant sorgte zu Beginn des 19. Jahrhunderts für harsche Kritik. Ein Frontalangriff gegen die Rolle der Kirche – so interpretierten viele die Forderung des Königsberger Philosophen. Dabei steckt in diesem Satz noch viel mehr. Beispielsweise die Aufkündigung der bestehenden Ständegesellschaft. Die Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Klasse hat damals über Bildungs- und Berufschancen entschieden, über Reichtum und Elend. Erst mit dem Beginn der Aufklärung im 18. Jahrhundert wurde die Ungerechtigkeit dieser Gesellschaftsordnung in Frage gestellt, was letztlich zu deren Ablösung führte. An die Stelle von Privilegien oder lebenslanger Nachteile durch Geburt ist dadurch in den westlichen Industriegesellschaften der Leistungsbegriff getreten. Aber auch schon in den Jahrhunderten davor konnten sich Menschen für besondere Leistungen begeistern: Die antiken Olympia-Teilnehmer, die römischen Gladiatoren oder die christlichen Ritter errangen durch ihre Leistungen zahlreiche Privilegien. Zum Gesellschaftskonzept aber wurde der Leistungsbegriff erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aber haben tatsächlich alle Menschen die gleichen Chancen, die erforderlichen Leistungen zu erbringen? Wie gerecht ist eine Gesellschaft, wenn Menschen Spitzenleistungen erbringen müssen, um gesellschaftlichen Einfluss zu haben? Und wie kann objektiv beurteilt werden, welche Leistung welchen Wert hat?

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Martin Buber – Was ist der Mensch?
Autor: Stefan Daltrop / Regie: Axel Wostry
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ – das ist ein berühmtes Wort von Martin Buber. Wir lernen uns selbst zu verstehen, indem wir in Beziehung stehen: zur Natur, zu unseren Mitmenschen, zur Wirklichkeit. Seine dialogische Philosophie ist im Chassidismus begründet, einer Bewegung des osteuropäischen Judentums des 19. Jahrhunderts. Der Chassidismus geht davon aus, dass in jedem Leben, ja sogar in jedem Atom, ein Lebensfunke innewohnt. Diesen Funken zur Flamme werden zu lassen und sich beständig, unter allen erdenklichen Umständen für das Leben zu begeistern: das ist ein Kerngedanke von Bubers Religionsphilosophie. Ein Funke, der sich aus einem verantwortlich geführten Leben speist. Wir sind also in Beziehungen eingebettet und indem wir sie verantwortlich führen und leben, begeistern wir uns für das Leben und werden unserer Bestimmung als Menschen gerecht – so sieht es Buber. Seine dialogische Philosophie ist nach wie vor aktuell, gerade in ihrem Ansinnen, auch den Dialog der Religionen zu fördern, der immer auch ein Dialog im Bewusstsein der Unterschiede ist.

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Entfremdung – Philosophie der Zerrissenheit
Autorin: Karin Lamsfuß / Regie: Christiane Klenz
Wir quälen und schon morgens früh im Dunkeln in endlosen Autoschlangen über die Autobahn. Um dann den ganzen Tag in künstlich belüfteten Bürotürmen bei Neonlicht eine Arbeit zu machen, deren Sinn wir schon längst nicht mehr verstehen. Mittags essen wir pestizidbelastetes Junkfood und retten uns mit viel Kaffee durch den Nachmittag. Wir kommen abends erschöpft zuhause an, ohne dass ein Sonnenstrahl unsere Haut berührt hat. Als vermeintliche Entspannung konsumieren viele von uns Mord und Totschlag im Fernsehen oder Internet. So vergeht Tag für Tag, Jahr für Jahr – bis zur schmalen Rente. Wir haben schon längst das Gefühl für Rhythmen wie Tag und Nacht und die Jahreszeiten verloren, den Wechsel aus Anspannung und Entspannung, von kraftvoller Bewegung und Erschöpfung. Mit der menschlichen Natur, die aus Pulsation besteht, hat das nichts mehr zu tun. Warum tun wir uns das freiwillig an? Ist es die Angst vor Versagen? Oder die seelenlose, rein profitorientierte Wirtschaft, die den Takt vorgibt? Viele Menschen leben jedenfalls nicht ihr eigenes Leben, sondern das, was andere von ihnen fordern. Und zahlen den Preis, dass ihre Sinne verkümmern, sie vereinsamen, krank werden und ausbrennen.

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Was ist „die Natur“? Der Mensch bildet gedankliche Konstrukte, indem er zwischen Zivilisation und Wildnis unterscheidet oder unberührte Landschaften schön findet. Doch die definitorische Verfügungsgewalt ist eine IllusionVON: Justina Schreiber

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Framing und die Macht der Sprache
Wie stark leiten Begriffe unser Denken und Handeln?
Von Hardy Funk

Leiden Sie unter der drückenden Steuerlast? Oder tragen Sie gerne Steuern zu unserem Gemeinwesen bei? Machen Sie sich Sorgen wegen der Klimakrise? Oder sehen Sie dem Klimawandel eher gelassen entgegen? Und wie stark ist Ihr Denken und Handeln eigentlich von Wörtern und Begriffen geleitet? Vielleicht stärker, als Sie bisher glaubten…

Die Theorie des Framings geht von der Vorstellung aus, dass Wörter in unserem Gehirn einen bestimmten Bezugsrahmen abstecken, anhand dem wir Ideen überhaupt erst fassen können bzw. mit dem wir die Welt deuten. Was weitreichende Folgen haben kann: Politiker*innen, Lobbyist*innen, Aktivist*innen streuen bewusst (oder unbewusst) Begriffe in Debatten, um ihre Ziele zu erreichen (manchmal allerdings auch, um sie unbewusst zu torpedieren). Auch wir, auch Journalist*innen benutzen Wörter, die mitunter mehr meinen als die reinen Fakten.

Die einen reden von Leistungsträgern, die anderen von Großkonzern, die einen von Migranten, die anderen von Geflüchteten. Was macht das mit uns? Wurde die „Ehe für alle“ so plötzlich eingeführt, weil sie nicht mehr „Homo-Ehe“ hieß? Lenkt das „Gute-KiTa-Gesetz“ von seinem eigentlichen Inhalt ab?
Was vermag Framing? Können wir uns gegen Framing wehren? Oder ist es nicht doch nur ein Modewort für eine etwas glaubhaftere Verschwörungstheorie?

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Mehr Mut zum Manifest
Öffentlich widersprechen kann man auf viele Arten. Mit Demonstrationen, Flash Mobs, Internetaktionen. Und mit Manifesten. Doch wie zeitgemäß ist es noch, mit einem Text die Welt verändern zu wollen? Fragt Stephanie Metzger aktuelle Manifestautoren und -autorinnen.

„In dem Maße, als viele schreibende oder denkende Theoretiker nicht mehr nur die Universität und die akademischen Publikationsorgane und Wege als alleinige Möglichkeit sehen, sondern eben auch andere, in dem Maße bietet sich das Manifest wieder verstärkt an. Und in dem Maße als man erkennt, dass es bis zu einem gewissen Grade gar nicht mehr Sinn macht, sich an bestimmte neoliberale berufsfördernde Regeln zu halten, gewinnt man auch eine bestimmte Freiheit anders zu schreiben, anders zu publizieren, mehr experimentell zu denken und zu schreiben. Und dazu gehört das Manifest sicher, da bietet sich das als Genre an.“

          Armen Avenessian

Hier das „Ja“, dort das „Nein“. Hier das Wort, dort die Tat. Hier die Wirklichkeit, dort die Kunst. Und dazwischen: das Manifest. Im Laufe seiner Geschichte hat das Genre den Spielraum zwischen gesellschaftlicher Wirksamkeit und reiner Pose facettenreich ausgeschöpft. Nicht ohne sich selbst dabei immer wieder zu verabschieden. „Die Zeit der Manifeste ist vorbei“, proklamierte Bruno Latour 2010. Und startete im gleichen Atemzug einenVersuch, das „Kompositionistische Manifest“ zu schreiben.

Denn geschrieben wurden und werden sie, gerade heute. Zum Beispiel von einer Gruppe junger englischer Studenten, die in ihrem „Manifest für eine akzelerationistische Politik“ (2013) den Kapitalismus mit seinen eigenen Mitteln schlagen wollen. Oder von französischen Intellektuellen, die im „Konvivialistischen Manifest“ (2013) eine neue Kunst des Zusammenlebens erfinden. Von dem deutschen Aktionskünstler Philipp Ruch vom skandalträchtigen Zentrum für Politische Schönheit, der mit seinem Manifest „Wenn nicht wir, wer dann“ (2015) einer humanistischen Revolution den Weg ebnen will. Oder von der österreichischen Autorin FALKNER, die ihr gesamtes Werk unter den Begriff des Manifestes gestellt hat.

Das Manifest ist hier nicht doktrinärer Text oder bloßes ironisches Spiel. Vielmehr wird es zum Befreiungsschlag aus akademischen Fesseln und zum Medium eines experimentellen Denkens.
Mit Wiebke Puls, Thomas Loibl, Franz Pätzold, Hemma Sophia Michel
Regie: Stephanie Metzger
BR 2016, 53’15

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Das Element Luft – Atem der Welt
Autorin: Geseko von Lüpke / Regie: Sabine Kienhöfer
Sie ist unsichtbar, scheint aus nichts zu bestehen und ohne Gewicht zu sein – die Luft. Erst nach und nach hat die Wissenschaft entdeckt, dass jenes Medium, das uns mit jedem Atemzug am Leben hält, ganz anders ist, als wir es uns mit dem ‚Gesunden Menschenverstand‘ vorstellen. Luft ist ein hochdynamisches Gemisch aus Gasen, die sich in einem labilen Gleichgewicht befinden, das die ganze Biosphäre gestaltet. Wir leben am Boden eines Luftmeeres, dass mit unglaublichem Gewicht auf uns lastet. Luft ist Filter, Transportmittel, Windmaschine, Wettermacher. Luft ist das Medium der Kommunikation, der Gerüche. Luft ist ein Geschenk der Pflanzen an das Leben, verbindet uns mit der gesamten Schöpfung auf diesem Planeten, ja sogar durch die Tiefen der Zeit. Und: Luft ist in Gefahr immer höher mit Schadstoffen belastet zu werden und den Planeten zum Treibhaus zu machen. Die Sendung ist eine Entdeckungsreise in das geheimnisvoll Alltägliche des Elements Luft – mit Aspekten aus Wissenschaft, Mythologie, Religion und Kultur.

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Was nicht geschrieben werden kann
Vom Wert des gesprochenen Wortes in digitalen Zeiten
Von Christoph Fleischmann

Die digitale Revolution verschafft den Menschen Zugang zu einer fast unendlichen Menge an Informationen und die Möglichkeit, selber Texte, Bilder und Töne zu senden. Nimmt mit der Quantität auch die Qualität der Kommunikation zu? Zur Orientierung hilft ein Blick zurück: Martin Luther war der erste Bestsellerautor des Gutenberg-Zeitalters, ein Meister des geschriebenen Wortes, und doch war für ihn das eigentliche Wort Gottes die gesprochene Predigt. Noch früher meinte Sokrates, dass wahres Wissen nicht in Büchern zu finden sei, sondern nur im lebendigen Dialog zwischen Menschen. Hinweise darauf, dass auch in einer Welt der explodierenden Zeichenmenge das gesprochene Wort und der mündliche Dialog nicht verloren gehen dürfen.

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Der Philosoph G. W. F. Hegel
Religion als Stütze der Gesellschaft?
Von Michael Reitz

Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) gilt als einer der einflussreichsten Denker der Neuzeit. Die Religionsphilosophie nimmt in seinem Werk einen wichtigen Platz ein: Hegels Religionsbegriff bleibt dabei bis heute aktuell. Religion ist für ihn der Raum, in dem der Mensch sich mit sich selbst auseinandersetzt, mit seinen Werten, mit dem, was ihm wichtig ist. Sie ist, wie der Religionsphilosoph als junger Mann schrieb, „eine der wichtigsten Angelegenheiten unseres Lebens“. In dieser Funktion spielt die ideale Religion eine wichtige Rolle für das Selbstverständnis und den Zusammenhalt ganzer Gesellschaften. Sie ist alles andere als Privatsache: eine „Volksreligion“. Religiöse Fragen gehören für Hegel daher in die Öffentlichkeit gesellschaftlicher Debatten, sie gehen alle an, bilden das Wertefundament, auf dem unser Staatswesen fußt. Anlässlich des 250. Geburtstags von G. W. F. Hegel geht Michael Reitz dem Hegel’schen Religionsbegriff auf den Grund.

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Charles Baudelaire – Die künstlichen Paradiese

Charles Baudelaire – Dandy und bedeutender Lyriker, Verherrlicher des Rausches. Sein berühmtestes Werk, der Gedichtzyklus „Les Fleurs du Mal“ (Die Blumen des Bösen), prägt die moderne europäische Lyrik. (BR 2013) Von Frank Halbach

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Henry David Thoreau – Rebell und Öko-Pionier
Autor: Michael Reitz / Regie: Irene Schuck
Der US-amerikanische Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau (1817-1862) gilt heute als einer der wesentlichsten Begründer eines Denkens, dass den verantwortungsvollen Umgang des Menschen mit der Natur in den Vordergrund stellt. Sein autobiographischer Bericht ‚Walden oder Leben in den Wäldern‘ wurde zu einem Kultbuch der weltweiten ökologischen Bewegung. Darin schildert Thoreau nicht nur seine Zeit als Einsiedler in der Abgeschiedenheit der Wälder Neuenglands. Sondern er zeigt damals schon auf, welche Folgen der Raubbau des Menschen an der Natur hat, wenn er sie nur als auszubeutende Ressource betrachtet. Darüber hinaus ist Henry David Thoreau ein Pionier der Bürgerrechtsbewegung: Seine Schrift ‚Über die Pflicht um Ungehorsam gegen den Staat‘ ist ein scharfzüngiges und ironisches Pamphlet gegen jede Form staatlicher Unterdrückung und Bevormundung. Thoreaus kompromissloses Denken beeinflusst bis in unsere Tage Demokratiebewegungen und ökologisches Engagement auf der ganzen Welt.

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Georg Wilhelm Friedrich Hegel – Denker im Widerspruch

Revolution oder Ordnung? Diesen Widerspruch bringt der Philosoph Hegel zusammen. Seine Philosophie der Freiheit sucht Antworten auf eine zerrissene Welt und macht einen Revolutionär zum Staatsphilosophen. VON: Jerzy Sobotta

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Die Welt des Idealismus – Wir sehen, was wir denken
Autor: Michael Reitz / Regie: Irene Schuck
„Die erste Idee ist natürlich die Vorstellung von mir selbst, als einem absolut freien Wesen“, heißt es in demältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus“, verfasst von den Philosophen Hölderlin, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Friedrich Schelling. Die philosophische Richtung des Idealismus – eine hauptsächlich deutsche Angelegenheit – vertrat den Standpunkt, dass die Welt sich ausschließlich durch Geist bildet und nur durch ihn verstanden werden kann. Der Mensch als sich selbst bewusstes Wesen kreiert das Leben mittels seiner Ideen – eine der bis heute interessantesten und einflussreichsten Positionen der Philosophiegeschichte.

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Die Moderne – Bruch mit der Tradition

Um die Wende zum 20 Jahrhundert verändert sich die Welt unter dem Einfluss von Technik und Naturwissenschaft schneller als je zuvor. Die Literaten der frühen Moderne finden unterschiedliche Antworten auf die Frage, was Kunst leisten kann in einer Welt, die traditionelle Gewissheiten zum Einsturz bringt. Von Brigitte Kohn

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Das Schloß – Kafkas rätselhafte Seelenlandschaft

Franz Kafka begann seinen so rätselhaften wie berühmten Roman „Das Schloß“ im Januar 1922, gezeichnet von der Tuberkulose, an der er anderthalb Jahre später sterben würde. Ein großartiges Fragment, Sternstunde der Weltliteratur. (BR 2017) Von Julia Devlin

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Natur als Sprachlandschaft – Nature writing
Autorin: Justina Schreiber / Regie: Irene Schuck
Der angloamerikanische Begriff des „Nature writing“ beschreibt ein modernes Genre, für das es keine adäquate deutsche Bezeichnung gibt. Obwohl der Naturforscher Alexander von Humboldt als einer der Ahnherren der Gattung gilt. In England und den USA dagegen beförderte die frühe Industrialisierung eine schriftstellerische Haltung, die den Fokus auf die augenscheinlich missachteten Details der natürlichen Umgebung legte. Henry David Thoreau gab in seinen Tagebüchern den Ton vor. Sachkundig und zugleich empathisch werden Wälder und Seen, Tiere, Pflanzen und Steine beschrieben – und zwar immer aus der Perspektive eines empfindsamen Subjekts, das auch Verluste konstatiert. Während die allseits dominante, naturwissenschaftlich geprägte Sicht die „Dinge“ objektiviert, spielt beim Nature writing die persönliche Gestimmtheit des Individuums eine tragende Rolle. In der subtilen und anschaulichen literarischen Darstellung erweitert sich die Um-Welt zu einem vielfältigen Assoziationsraum. So zeigt sich, dass der Mensch bei aller Sprachmacht selbst unverbrüchlich zur Natur gehört.

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Expressionismus und Avantgarde – Literatur ohne Grenzen?
Autorin: Christine Hamel / Regie: Kirsten Böttcher
„Mensch werde wesentlich“, ruft Ernst Stadler seinen Zeitgenossen 1914 zu und gibt damit der Sehnsucht der Moderne nach Wandlung des Menschen Ausdruck. Der Expressionismus ist eine Kunstbewegung, die von Anfang an auch in die Gesellschaft wirken will und auf Weltverbesserung durch Kunst setzt. Daher spielen Gedichte, Dramen und Kurzprosa eine ungleich größere Rolle als komplexe Romane. Die Avantgarde hat es eilig, denn auch das Leben – die Technik, der Verkehr, die Arbeitswelt, die Wirtschaft, die Massenmedien nehmen Tempo auf. Schriftsteller und Dichter wie Georg Heym, Else Lasker-Schüler, Gottfried Benn oder Alfred Döblin verbindet auf den ersten Blick nicht viel – der Expressionismus ist eine äußerst disparate Bewegung. Alle vereint jedoch eine Zivilisationsskepsis, die infolge der Hektik und Nervosität der Moderne den Menschen bedroht sieht.

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Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus.
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist der Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

R.M. Rilke

Poetry Sounds Visuals

seeking the noise in the depth of silence