Nie mehr gefangen zwischen Melancholie und Menschmaschine!|brief@NeuerMensch.com
Yggdrasil. Der Workshop. 2018-02-19T11:39:18+00:00

Yggdrasil - In Würde Unvollkommen.

Weg vom "neuen Menschen". Fort von der Illusion Vollkommen sein zu können. Es gibt eine andere, wahre Vollkommenheit.

Mit dem Bhavachakra in den Klauen des großen Dämon aus dem tibetischen Buddhismus, der Weltenesche Yggdrasil aus der germanischen Mythologie, dem großen Arkana des mystischen Tarot und den Mitteln der darstellenden Kunst, Veränderung probieren.

Ein offener Workshop mit einfachen praktischen Übungen und leicht verständlichen theoretischen Elementen.
Ab September in München, offene Gruppen.

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Lebendigkeit - Kunst für den neuen alten Menschen.

Du begeisterst Dich beruflich oder privat für Schauspiel, Tanz oder Gesang?
Vielleicht sogar nur im Verborgenen?
Du möchtest Dich in Deiner Kunst aufgehoben, sicher und zu Hause fühlen?
Du siehst wie sehr Dir Deine Kunst hilft, Dein Leben zu meistern?

Dann bist Du herzlich eingeladen zu unseren Arbeitsgruppen für profesionelle, semiprofessionelle und LaienkünstlerInnen.
Von 16  bis 99 Jahren kannst Du dabei sein. Nimm Kontakt zu uns auf, wir melden uns schnell bei Dir.

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Vollkommen Unvollkommen.

Ich suche die Gletscher des neuen Menschen in mir schrittweise abzuschmelzen, wo immer ich darauf verzichten kann. Ich suche den ungesteuerten Fluß zwischen Geben und Nehmen, Einatmen und Ausatmen, Gestalten und Wirken lassen: Lebendigkeit. Sein. Augenblick. Im Alten das Neue! Vom Passiven zum Aktiven! Weder Opfer noch Täter. Den Perfektionsdrang auch mal vergessen können. Den „alten Menschen“ in Dir würdigen können.
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AKZEPTIEREN!

Krisen aushalten – Selbstverursachten Entwicklungsangeboten begegnen. Weglassen von Glückszwang, Ablenkungsbeschäftigung, Selbstbildern. Weglassen der Bewertungen meiner Empfindungen.
Akzeptieren dessen WAS IST, egal wie es ist.

Ausatmen!

Es steht die beobachtende Erfahrung meines „Mängelwesen“ mit den Mitteln der darstellenden Kunst im Focus. Eine Form des langen tiefen Ausatmens. Und dann?

Glück und Frieden muss ich jetzt weder suchen noch behaupten, sie erfüllen mich von selbst, so wie mein Atem mich erfüllt, wenn ich kräftig und tief genug ausgeatmet habe – aus der Leerheit.

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axis mundi

Buddha saß verwurzelt unter dem Feigenbaum im Angesicht des Flusses, sein Haupt stützte das Firmament, seine Konzentration lag auf einem langen, tiefen Ausatmen. Er war in sich das Leben. Er erlebte, sah und verstand.

In seiner Mitte, aufrecht, würdevoll, konzentriert- so steht die Weltenesche Yggdrassil als axis mundi zwischen Himmel und Erde. Zwischen Ihrem Wipfel und Ihrer Wurzel tobt das Leben. Sie kennt sich.

Ein Blitz schlägt in die Spitze des Turmes in der Karte XVI im großen Arkana des Tarot. Ich habe mein Selbstbild, zwischen Himmel und Erde von mir aufgetürmt, zum Einsturz gebracht und stürze unwissend in die bodenlose, dunkle Tiefe.

Würde heisst:

Ich bewerte mich nicht, ich fälle mich nicht – ich nehme mich wahr wie ich bin. Ich bin kein Opfer der Welt oder Umstände, ich bin der Täter, der sich für seine eigene Lebendigkeit selbst opfert, immer dann wenn ich erstarre im Turmbau zu Babel.

Bhavachakra, Yggdrasil, Tarot als eine Versinnbildlichung meiner Innenwelt, meiner inneren Konflikte. Und wie die Weltenesche, wie Budhha unterm dem Feigenbaum, verliere ich im Angesicht heftigster Kämpfe in mir, im Angesicht meiner eigenen Opferung, nicht meine Haltung, nicht mein Rückgrat. Ich bin in Würde Unvollkommen. Vollkommen Unvollkommen.

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Wie opfere ich mich?

Ich provoziere Krisen. Ich bin das „Dagegen“. Das „Dagegen“ ist der Ungehorsam, ist der Teufel, der Antichrist Nero, Kali die Zerstörerin, der gefallene Luzifer aus meiner Untiefe schreiend, ist zutiefst menschlich. Mein „Dagegen“, mein Teufel ist meine seelische und körperliche Narbe, mein sichtbarer und spürbarer Charakter. Meine Bosheit. Mein Teufel ist mein verletztes Kind.

Was ist, darf sein.

Denn er ist nun einmal da, ist ICH. Ich darf sein und bin mir so nicht mehr ausgeliefert,  denn ich bekämpfe mich nicht. Nur so bin ich auch das lachende, fröhliche Kind, das liebende Kind – bin zugleich friedlich, offen, mitfühlend, bin ganz Beziehung im Sein – bin der „neue Mensch“, der ich einmal war und wieder werden mag, von der Weisheit und Wahrheit in Liebe empfangen und geboren hier und jetzt. Beides im gleichen Augenblick, alter und neuer Mensch. Mein dämonisches ICH muss nicht bekämpft werden, es hilft mir wenn es darf.

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Moderne Topfpflanzen haben viele bunte Blüten, hochgezüchtet auf den Schein des Schönen – von Menschenhand. So wie ich mit der Natur umgehe, gehe ich mit mir um, mit meinem Lebenspartner und umgekehrt ebenso. Lasse ich ausserhalb meiner selbst und in mir Unvollkommenheit gelten? Noch mehr: achte und liebe ich die Unvollkommenheit der Natur und sehe nur so ihre Vollkommenheit? Oder bin ich einfach nur ein kurzlebiges Wegwerfgeschenk zum Valentinstag?
Nur? Was bin ich? Der Schein und das Wahre, beides ist ein Ausdruck meines Selbst, beides hat Berechtigung. Beides ist Natur, ist Vollkommen und Unvollkommen zugleich.